Mit dem IAB Steuern sparen Wie Sie mithilfe des Investitionssteuerabzugs Steuern sparen

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Mithilfe des Investitionssteuerabzugs kann man Anschaffungen sofort und komplett von der Steuer absetzen.

Mithilfe des Investitionssteuerabzugs kann man Anschaffungen sofort und komplett von der Steuer absetzen.© Isabell Klett

Wer sich Maschinen und Bürogeräte kauft, kann diese sofort und komplett absetzen – mithilfe des Investitionsabzugsbetrags. Was man anschaffen will, interessiert das Finanzamt nicht mehr.

Unternehmer und Freiberufler, die demnächst Maschinen, Büromöbel oder Fahrzeuge anschaffen wollen, dürfen bekanntlich einen Teil der Kosten vorab geltend machen – und zwar als Investitionsabzugsbetrag (IAB). Dabei sind sie ab 2016 erheblich flexibler, denn sie brauchen der Finanzbehörde nicht mehr nachzuweisen, dass sie tatsächlich investieren wollen. Auch nicht, welche Anlagegüter konkret angeschafft oder selbst hergestellt werden sollen und welche Aufwendungen dafür voraussichtlich anfallen.

Bisher gab es hierüber oft Streit mit dem Finanzamt. Wenn etwa ein Unternehmer den IAB für eine Maschine geltend gemacht hatte, dann aber einen Transporter kaufen wollte, strichen die Beamten alle Vorteile und verlangten obendrein Strafzinsen. Ab sofort interessiert es die Behörde nicht mehr, was man anschaffen oder herstellen will. Man muss ihr nur noch die Höhe des IAB zur Überwachung elektronisch übermitteln. So steht es im Gesetz.

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Wer profitiert davon?

Davon profitieren Unternehmer mit höchstens 235.000 Euro Eigenkapital und Einnahmen-Überschuss-Rechner mit maximal 100.000 Euro Gewinn. Sie können bis zu 40 Prozent der Kosten für geplante Investitionen (ohne Immobilien) als IAB abziehen. Und so den Gewinn um bis zu 200.000 Euro drücken. Investieren müssen sie erst binnen drei Jahren.

Achtung: Der IAB ist später von den tatsächlichen Investitionskosten abzuziehen, der Restbetrag über die Nutzungsdauer abzuschreiben. Das eröffnet eine Extra-Sparchance bei billigen Anlagegütern. Hier kann man den Restbetrag oft auf einen Schlag absetzen – wenn er höchstens 410 Euro (netto) pro Anlagegut ausmacht. Dann nämlich gelten die Anschaffungen als geringwertige Wirtschaftsgüter.

Vorteilsrechnung

Ein Firmenchef will 2017 insgesamt 50 Büromöbel kaufen. Anschaffungskosten pro Stück: 680 Euro, insgesamt 34 000 Euro. 40 Prozent davon, also 13 600 Euro, setzt er 2016 als Investitionsabzugsbetrag (IAB) ab. Von den Anschaffungskosten muss er 2017 den IAB abziehen, wodurch sie von 680 auf 408 Euro pro Stück sinken. Da sie somit unter der 410-Euro-Grenze liegen, gelten die Stühle als geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) und können komplett abgeschrieben werden. Ohne IAB wären die Möbel als GWG-Sammelposten über fünf Jahre abzuschreiben, also mit 6800 Euro pro Jahr.

Die Rechnung vergleicht die Ersparnis 2016/17:

Anschaffung der Stühle mit Abzugsbetrag (IAB)
IAB (2016) 13.600 Euro
GWG (2017) 20.400 Euro
Insgesamt absetzbar 34.000 Euro
Steuerersparnis (bei Steuersatz 45%) 17.894 Euro
Mehr gespart 2016/17 12.240 Euro

 

Anschaffung der Stühle ohne Abzugsbetrag (IAB)
Im ersten Jahr absetzbarer GWG-Sammelposten (2017) 6800 Euro
Steuerersparnis (bei Steuersatz 45%) 3060 Euro

impulse-03-16Ein Artikel aus der impulse-Ausgabe 03/16.Sie können die Ausgabe als Einzelheft oder als ePaper kaufen. Übrigens: Mitglieder im impulse-Netzwerk erhalten die neueste Ausgabe jeden Monat nach Hause geliefert. Und über die impulse-App für iOS- und Android-Geräte können Sie die neuen Ausgaben bequem auf Tablet oder Smartphone lesen.

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