Recht + Steuern Stiftung Warentest beendet Schokostreit mit Ritter Sport

Eingang zur Zentrale der Stiftung Warentest

Eingang zur Zentrale der Stiftung Warentest© Stiftung Warentest

Versöhnliches Ende eines langwierigen Konflikts: Das Piperonal-Aroma in der Schokolade darf nicht mehr als "künstlich hergestellt" bezeichnet werden. Die Warentester nehmen ihre juristische Niederlage hin.

Die Stiftung Warentest akzeptiert ihre Niederlage im Streit mit Ritter Sport um die schlechte Bewertung einer Nuss-Schokolade. Die Organisation erklärte am Donnerstag in Berlin, sie erkenne das Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) München an. Die Tester waren vor dem OLG mit dem Versuch gescheitert, ein früheres Urteil zu kippen. Damit darf die Stiftung Warentest in ihrem Schokoladentest Ritter Sport keine irreführende Kennzeichnung eines Vanillearomas vorwerfen.

„Wir hätten uns diese Einsicht etwas früher gewünscht, nämlich schon in der ersten Instanz“, sagte der Justiziar von Ritter Sport, Thomas Seeger, am Donnerstagabend der Nachrichtenagentur dpa. Die Faktenlage habe von Anfang an gegen die Stiftung Warentest gesprochen.

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Frage einer Schadensersatzforderung bleibt

In der Frage einer möglichen Schadenersatzforderung gebe es noch keine abschließende Bewertung, sagte Seeger. Nachteilige Folgen beim Absatz ließen sich kaum nachweisen, da der Umsatz in der Vorweihnachtszeit generell höher sei. Allerdings habe die Marke Ritter Sport zeitweise einen Image-Schaden erlitten.

In dem Test von Vollmilch-Nuss-Schokoladen hatten die Prüfer der Ritter-Sport-Tafel die Note fünf gegeben, weil die Schokolade das Aroma Piperonal enthalte, das künstlich hergestellt worden sei. Der Hersteller hatte eine einstweilige Verfügung gegen diese Behauptung erreicht.

Ob das Aroma tatsächlich natürlich oder chemisch hergestellt ist, konnte das Gericht nicht klären. Entscheidend für den Prozess sei aber die Frage gewesen, wie die Stiftung Warentest die Verbraucher über ihre Testmethode informiert habe. Hubertus Primus, Vorstand der Organisation, räumte laut Mitteilung ein: „Die Stiftung Warentest hat im Testbericht nicht präzise und ausführlich genug dargelegt, wie sie zur Beurteilung der Deklaration gekommen ist.“

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