Recht + Steuern Teure Rechnung: Mann mogelt sich 36 Mal in Business Lounge

Blick aus einer Business Lounge an einem Flughafen (Symbolfoto)

Blick aus einer Business Lounge an einem Flughafen (Symbolfoto)© Matt @ PEK/Flickr/Lizenz: CC BY-SA 2.0

Vom Frühstücks- bis zum Abendbuffett: In Business Lounges stellen Airlines ihren Geschäftskunden häufig ein reichhaltiges Kostenlos-Angebot zur Verfügung. 36 Mal ließ sich ein Mann aus München umbuchen, um in den Genuss der Speisen zu kommen. Jetzt muss er viel Geld bezahlen.

Mit einem Trick mogelte er sich immer wieder in die Business Lounge einer Airline, bediente sich dort an kostenlosem Essen und Trinken: Ein Mann muss deshalb nun 1980 Euro Schadenersatz bezahlen. Das entschied das Amtsgericht München und gab damit der Klage einer großen deutschen Airline statt.

Der Mann hatte im März 2011 ein flexibles One-Way Business Class Flugticket von München nach Zürich zum Preis von insgesamt 744,46 Euro gebucht. Nach den Vertragsbedingungen der Airline kann ein Business Class Ticket – auch nach bereits erfolgtem Eincheckvorgang für einen bestimmten Flug – kostenlos umgebucht werden.

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Das nutzte der Mann aus: Zwischen November 2011 und Dezember 2012 checkte er immer wieder mit dem Ticket ein und ließ sich immer eine Bordkarte für den von ihm ausgewählten Flug ausstellen. Im Abflugbereich des Münchener Flughafens ging er dann in die Business Lounge der Fluggesellschaft, um die Gratisleistungen in Anspruch zu nehmen. Laut der Airline stehen Business-Kunden dort beispielsweise eine internationale Getränkeauswahl, Frühstücks-, Mittags- und Abendessenbüffets sowie diverse Zwischenmahlzeiten zur Verfügung.

Airline verlangte 55 Euro pro Lounge-Besuch

Nach seinem Besuch in der Business Lounge ließ der Mann sein Ticket umbuchen, ohne den eingecheckten Flug anzutreten – insgesamt 35 Mal. Nach einem Jahr stornierte die Fluggesellschaft das Ticket, erstattete dem Mann den Preis. Der kaufte sich daraufhin ein neues Ticket – um damit ein weiteres Mal im Business-Bereich speisen zu können. Die Airline stornierte daraufhin erneut das Ticket und stellte dem Mann 1980 Euro in Rechnung, 55 Euro pro Business Lounge-Besuch.

Als der Mann die Rechnung nicht zahlen wollte, reichte die Fluggesellschaft die Klage ein, der das Münchener Gericht jetzt statt gab (Aktenzeichen 213 C 31293/13). Die Richter argumentierten, der Mann habe eine Mitwirkungspflicht, um der Fluggesellschaft zu ermöglichen, ihrerseits vertraglich geschuldete Leistungen zu erbringen – nämlich Flugpassagiere zu befördern. Dies gelte insbesondere dann, wenn der Fluggesellschaft im Vorfeld ihrer Leistung bereits Kosten entstehen, wie es beim Angebot von Gratisleistungen in Business Lounges der Fall ist.

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