Recht + Steuern Union will Rente ab 63 einschränken

Lieber spazieren gehen als weiter zu schuften. 255 000 Menschen haben bisher die Rente ab 63 beantragt.

Lieber spazieren gehen als weiter zu schuften. 255 000 Menschen haben bisher die Rente ab 63 beantragt.© Darren Baker - Fotolia.com

Mehr Menschen als erwartet beantragen die Rente ab 63. Das behaupten zumindest Politiker von CDU und CSU, sie wollen Nachbesserungen am Gesetz erreichen. Das Bundessozialministerium zeigt sich irritiert: Es habe für 2015 gar keine Prognose abgegeben.

255.000 Menschen haben bis Ende Februar einen Antrag auf die abschlagsfreie Rente ab 63 gestellt. Nun streiten Politiker der Regierungsfraktionen darüber, wie diese Zahl zu bewerten ist – und ob bei der Regelung nachgebessert werden muss.

„Wenn die Antragszahlen deutlich über den Erwartungen liegen, müssen wir die Rente mit 63 spätestens in einem Jahr überprüfen“, sagte der CSU-Mittelstandspolitiker Hans Michelbach der Rheinischen Post. Christian von Stetten, CDU-Politiker und Chef des Parlamentskreises Mittelstand in der Unionsfraktion, sagte, es sei zwar in Ordnung, wenn Menschen nach 45 Beitragsjahren mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen können. „Aber die Zeiten des Bezugs von Arbeitslosengeld dürfen künftig nicht mehr auf die Beitragsjahre angerechnet werden.“ Wenn weiterhin so viele Anträge eingingen, „müssen wir spätestens in vier Jahren den Rentenbeitrag anheben“.

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Das Bundessozialministerium wies diese Forderungen umgehend zurück. Schließlich läge die Zahl der Anträge keineswegs über den Erwartungen. Christian Westhof, Sprecher des Ministeriums, gibt an, dass man bis 2014 einschließlich der freiwillig Versicherten mit 240.000 Anträgen gerechnet worden habe. Für 2015 habe das Ministerium gar keine Prognosen angestellt. Von daher sei die Kritik nicht nachvollziehbar, sagte Westhoff. Grundsätzlich müsse man jährlich mit 650.000 Menschen rechnen, die in Altersrente gehen könnten. Wie viele davon Rente mit 63 beantragen wollten, sei nicht vorherzusagen.

nb/dpa

 

 

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