Recht + Steuern Urteil: Vereiste Gehwege nicht mit Holzspänen streuen

Glatter Gehweg in Berlin: Um die Rutschgefahr zu bannen, sollte man auf keinen Fall Holzspäne verwenden.

Glatter Gehweg in Berlin: Um die Rutschgefahr zu bannen, sollte man auf keinen Fall Holzspäne verwenden.© dpa

Was tun, wenn es glatt wird auf den Gehwegen? Streusalz oder Sand streuen? Welches Hilfsmittel Sie auf keinen Fall benutzen sollten, entschied jetzt das Oberlandesgericht in Nordrhein-Westfalen. Und nannte dafür einen guten Grund.

Holzspäne eignen sich nicht als Streumittel für einen vereisten Gehweg – das hat das Oberlandesgericht im Hamm entschieden. Geklagt hatte eine 61-jährige Frau aus der Nähe von Soest. Sie hatte sich bei einem Sturz im Januar 2011 den Oberarm gebrochen und musste operiert werden.

Wie das Gericht am Donnerstag mitteilte, hätte die an diesem Tag für den Winterdienst verantwortliche Mieterin keine Hobelspäne streuen dürfen, da das Material keine abstumpfende Wirkung hat. Laut Gutachter saugt sich das Holz mit Flüssigkeit voll und wird so zu einer Art Eisflocke mit Rutscheffekt. Auch der Vermieter haftet mit, da er vom Einsatz der Hobelspäne wusste (Az.: 6 U 92/12 vom 24. November).

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Kleiner Trost für die Beklagten: Die Klägerin muss für die Hälfte des Schadens selbst aufkommen. Um einem fahrenden Auto auszuweichen, war sie von der schneefreien und damit sicheren Fahrbahn auf den sichtbar vereisten Gehweg ausgewichen und dort weitergelaufen. Damit trägt sie nach Meinung des Gerichts eine Mitverantwortung für den Sturz.

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