Beleidigung mit Emoticons Wenn Mitarbeiter bei Facebook die Sau rauslassen

Als fettes Schwein hatte ein Mitarbeiter seinen Chef - mit Hilfe eines Emoticons - auf Facebook bezeichnet. Sein Arbeitgeber fand das gar nicht lustig und kündigte ihm fristlos. Zu recht?

Als fettes Schwein hatte ein Mitarbeiter seinen Chef - mit Hilfe eines Emoticons - auf Facebook bezeichnet. Sein Arbeitgeber fand das gar nicht lustig und kündigte ihm fristlos. Zu recht?© ann_precious / Fotolia.com

Darf ein Chef seinem Mitarbeiter kündigen, wenn dieser ihn bei Facebook mit einem Schweinchen-Emoticon beleidigt? Darüber musste das Landesarbeitsgericht in Stuttgart entscheiden. Wie das Urteil ausfiel.

Beleidigen Mitarbeiter in sozialen Netzwerken ihren Chef – auch mit Hilfe von Emoticons -, müssen sie mit einer Abmahnung oder sogar mit der Kündigung rechnen. Auf eine entsprechende Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Baden-Württemberg (Az.: 4 Sa 5/16) weist der Bund-Verlag hin.

Im verhandelten Fall hatte ein Mitarbeiter eines Maschinenbauunternehmens gegen seine fristlose Kündigung geklagt. Der Mann war nach einem Arbeitsunfall krankgeschrieben und postete einen Hinweis auf seine Verletzungen in seiner Facebook-Chronik. Daraufhin entwickelte sich über die Kommentarfunktion eine Diskussion, in deren Verlauf der Arbeitnehmer seinen Vorgesetzten unter anderem als „fettes Schwein“ bezeichnete – wobei das Schwein durch ein Emoticon symbolisiert wurde. Ein anderer wurde als Bärenkopf bezeichnet, wobei der Bär ebenfalls durch ein Emoticon dargestellt wurde. Als der Arbeitgeber davon erfuhr, kündigte er dem Mitarbeiter fristlos.

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Beleidigungen seien grundsätzlich dazu geeignet, eine solche fristlose Kündigung zu rechtfertigen, entschieden die Richter. Im konkreten Fall sei sie allerdings nicht verhältnismäßig. Denn dem Arbeitnehmer sei die Tragweite seines Tuns nicht bewusst gewesen, und er sei davon ausgegangen, dass die verwendeten Spitznamen der Chefs nicht allgemeinverständlich waren. Auch sei der Arbeitnehmer seit 16 Jahren in dem Unternehmen tätig, und es habe nie Probleme mit ihm gegeben. Außerdem sei der Mann zu 20 Prozent behindert, er habe ein Kind zu versorgen und die Pflege einer demenzkranken Großmutter zu organisieren. Deshalb sei hier eine Abmahnung ausreichend gewesen.

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