Recht + Steuern Was sind für Firmen durch den neuen Rundfunkbeitrag ändert

Ab Januar 2013 gilt ein neues System für die Rundfunkbeiträge. Für Unternehmen und Selbständige ändert sich dadurch einiges. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Was haben Firmen zu erwarten?

Die Höhe des Beitrags für Firmen, Verbände und Institutionen richtet sich nach der Anzahl der Niederlassungen, Beschäftigten und Dienstwagen. Der kleinste Beitrag sind 5,99 Euro für Mittelständler mit bis zu acht Mitarbeitern. Bei maximal 19 Beschäftigten ist es ein Rundfunkbeitrag in Höhe von monatlich 17,98 Euro je Betriebsstätte. Für Schulen, Universitäten, Polizei, Feuerwehren oder Jugendheime gelten Ausnahmen. Sie zahlen maximal einen Beitrag pro Niederlassung.

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Die Beitragshöhe nach der Zahl der Beschäftigten pro Betriebsstätte staffelt sich wie folgt:

Beschäftigte pro Betriebsstätte:
0 bis 8: 5,99 EUR
9 bis 19: 17,98 EUR
20 bis 49: 35,96 EUR
50 bis 249: 89,90 EUR
250 bis 499: 179,80 EUR
500 bis 999: 359,60 EUR
1.000 bis 4.999: 719,20 EUR
5.000 bis 9.999: 1.438,40 EUR
10.000 bis 19.999: 2.157,60 EUR
ab 20.000: 3.236,40 EUR
Erfasst werden nach Angaben der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten die sozialversicherungspflichtigen Voll- und Teilzeitbeschäftigten sowie Bedienstete in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis. Nicht mitgerechnet werden: Inhaberin oder Inhaber, Auszubildende und geringfügig Beschäftigte, sogenannte Minijobber. Leiharbeiter sind dem Unternehmen zuzuordnen, das das Personal verleiht.
Alle Angaben ohne Gewähr. Mehr Informationen zur Beitragsberechnung finden sie hier

Dienstwagen

Auch für betrieblich genutzte Kraftfahrzeuge ist Rundfunkbeitrag zu zahlen. Pro beitragspflichtiger Betriebsstätte ist jedoch ein Fahrzeug frei – unabhängig davon, wo es zugelassen ist. Für jedes weitere müssen Unternehmen und Institutionen mit monatlich 5,99 Euro ein Drittel des Beitrags entrichten.

Was gilt für Selbstständige und Freiberufler?

„Wer als Selbstständiger oder Freiberufler seinen Arbeitsplatz in einer Privatwohnung eingerichtet hat, für die bereits der Rundfunkbeitrag gezahlt wird, muss dafür keinen weiteren Beitrag leisten“, teilen die Sender mit. Es fällt aber der Beitrag für betrieblich genutzte Fahrzeuge an: monatlich 5,99 Euro pro Auto.

Wieviel muss ein Haushalt zahlen?

Künftig gilt die Faustformel: „Eine Wohnung – ein Beitrag“. Egal ob Pärchen, Großfamilie oder Vierer-WG – nur einer zahlt. Allerdings werden immer 17,98 Euro fällig. Einen ermäßigten Satz für Leute ohne Fernseher gibt es nicht mehr. Ausnahmen gibt es nur für sehr arme Leute, BAföG-Empfänger und einen Teil der behinderten Menschen. Die Sender beteuern, dass sich für 90 Prozent der Bürger nichts ändere.

Was ist mit der Zweitwohnung?

Für eine Zweitwohnung ist ein eigener Rundfunkbeitrag fällig.

Wieviel muss man für das Auto zahlen?

Gar nichts, sofern man es privat nutzt. Das ist mit dem Haushaltsbeitrag schon abgegolten. Anders verhält es sich mit Dienstwagen: Zahlt der Besitzer für ein Büro, kostet das erste Dienstfahrzeug nichts. Für jedes weitere Auto fallen 5,99 Euro an. Bei mehreren Betriebsstätten ist jeweils ein Wagen beitragsfrei.

Wozu eigentlich diese Reform?

Die öffentlich-rechtlichen Sender berufen sich auf den Fortschritt der Technik. Die Ära von Radio und Fernsehen sei vorbei. Mit Computer und Smartphones könnten die Bürger alle Programme genauso verfolgen. Deswegen sei das klassische Gebührensystem veraltet. Das neue Modell soll das System gerechter, transparenter und einfacher – und die unbeliebten GEZ-Fahnder überflüssig – machen. Da jeder Haushalt erst einmal herangezogen wird, entfällt für die Sender sehr viel Aufwand.

Bringt die Reform den Sendern mehr Geld?

Nein, beteuern zumindest die öffentlich-rechtlichen Anstalten. Und schränken auf ihrer Website zugleich ein: „Tatsächliche Mehr- oder Mindereinnahmen durch das neue Finanzierungsmodell lassen sich erst ermitteln, wenn diese weitreichende Reform umgesetzt ist.“

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