Wahrscheinlich wird die GVO nicht verlängert. Das zumindest überlegt derzeit die Europäische Kommission. Die Automobil-GVO (Abkürzung für die in 2002 eingeführte Gruppenfreistellungsordnung für den Autohandel) könnte spätestens im Sommer 2010 über Wohl und Wehe zahlreicher Autohändler richten.
Ziel erreicht: Mehr Wettbewerb und Freiheit
![]() Ein Kommentar von Michael Jansen. Er leitet bei impulse den Bereich Neugeschäft. |
Sinn der GVO war, dass Händler mehrere Automarken unter einem Dach anbieten können, oder Händler die Reparatur der verkauften Pkws an besonders geschulte Betriebe weiterreichen konnten. Oder aber, dass die Auto-Hersteller keine Werkstatt zwingen konnte, ausschließlich teure Original-Ersatzteile zu verwenden. Kurz und gut: Mehr Wettbewerb und Freiheit für die die Kfz-Branche war das Ziel. Das war 2002.
Ende Mai hieß es im Evaluierungsbericht der EU-Kommission, dass die GVO für mehr Wettbewerb gesorgt habe und es deshalb wohl nicht notwendig sei, die im Juni 2010 auslaufende GVO zu verlängern.
Unabhängigkeit darf nicht auf der Strecke bleiben
Rein zufällig flatterte wenige Wochen nach dem EU-Bericht den europäischen Audi-Servicepartnern die Kündigung ihrer Serviceverträge zum 30. Juni 2010 ins Haus. Offiziell, weil Audi zu viele Partner unter Vertrag hat. Neue Verträge erhalten vermutlich aber nur ausgesuchte Händler, die die Qualitätsstandards erfüllen, die der Hersteller vorgibt. Der Riese lässt also die Muskeln spielen. Und andere Hersteller werden diesem Beispiel wohl folgen, vermuten Insider. Die Folge: Die Händler wären wieder im straffen Korsett der Hersteller.
Bleibt jetzt, wenn die EU-Kommission für oder gegen Verlängerung der GVO entscheidet, Freiheit und Wettbewerb auf der Strecke? Das kann, das darf nicht sein. Die Kommission sollte sich für freien Wettbewerb durch Regulierung einsetzen und nicht die erreichte Unabhängigkeit der Händler von den Herstellern schwächen beziehungsweise gefährden.
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