09.09.2009

Keine Nettigkeiten: Wenn Manager wählen

Von: Teresa Goebbels
Bei der Wahlentscheidung zählt für Chefs vor allem das Thema Schuldenabbau
Zoom Bei der Wahlentscheidung zählt für Chefs vor allem das Thema Schuldenabbau
© Fotolia
Was wünschen sich Deutschlands Führungskräfte von Politikern? Weniger Eingreifen in die Wirtschaft, Steuerentlastungen und keine Mindestlöhne? Das auch. Diese Themen führen aber keineswegs die Prioritätenliste an.

Herzensangelegenheiten der Chefs sind vielmehr verstärkte Investitionen ins Bildungswesen, staatlicher Schuldenabbau und bessere Kinderbetreuung. Von 500 Managern, die die Stellenbörse Experteer befragt hat, messen mehr als die Hälfte diesen Bereichen die größte Bedeutung zu.

Fragt sich, welchem Politiker die Befragten die Umsetzung ihrer Anliegen anvertrauen möchten. Bei der Auswahl der geeigneten Kandidaten ist analytisches Denkvermögen für 68 Prozent das wichtigste Kriterium. Auch Berufserfahrung in der Wirtschaft wird eine hohe Bedeutung zugemessen. Gute Allgemeinbildung und Verhandlungsgeschick empfinden noch immer mehr als 50 Prozent als sehr wichtig.

Wie in der Wirtschaft, sind auch bei Politikern Führungsqualitäten gefragt. Verantwortungsbewusstsein und Ehrlichkeit führen hier die Liste der gewünschten Eigenschaften an. Offensichtlich sind diese bei den Spitzenkandidaten der Parteien nicht stark genug ausgeprägt: Mehr als 37 Prozent der Führungskräfte würden keinen von ihnen aufgrund seiner Führungsqualifikation einstellen. Vielleicht sind deutsche Politiker aber schlicht zu nett: Freundlichkeit wünschen sich nicht einmal vier Prozent der Manager.

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