Unternehmen 125 Kilometer: China plant längsten Untersee-Tunnel der Welt

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Es ist ein gigantisches Projekt: China will mit einem 125 Kilometer langen Tunnel die Städte Dalian und Yantai verbinden. Die Strecke wäre damit mehr als doppelt so lang wie der Euro-Tunnel zwischen Frankreich und Großbritannien. Noch in dieser Woche könnte der Nationale Volkskongress das Großprojekt beschließen.

Auf der Tagesordnung des Nationalen Volkskongresses in Peking steht in dieser Woche ein Megaprojekt, das selbst im fortschrittsbegeisterten China für Staunen sorgt: der längste Unterseetunnel der Welt. Der 125 Kilometer lange „Bohai- Tunnel“ soll die Wirtschaftszentren Dalian und Yantai miteinander verbinden, schreibt das Handelsblatt (Mittwoch). Bisher ist eine Verbindung demnach nur mit der Fähre möglich – oder mit einer eintägigen Fahrt um die riesige Bucht, die tief ins Landesinnere reicht. Das Großprojekt würde die Distanz zwischen den beiden Städten um rund 1000 Kilometer verkürzen.

Sollte das Parlament in den nächsten Tagen grünes Licht geben, wird das Großprojekt alles bisher dagewesene in den Schatten stellen. Die beiden bisher längsten Unterwasser-Tunnel, der Euro-Tunnel zwischen Frankreich und Großbritannien und der Seikan-Tunnel in Japan – messen „nur“ etwa 50 Kilometer.

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Das Mega-Projekt soll laut Handelsblatt mindestens 30 Milliarden, wahrscheinlich aber sogar rund 40 Milliarden Euro kosten. Trotz der hohen Kosten stünden die Chancen für das Projekt gut, zitiert die Staatszeitung „China Daily“ den beteiligten Ingenieur Wang Mengshu. Danach dürfte es lediglich zehn Jahre dauern, bis der Verkehr durch die Röhre fließt. Zum Vergleich: Die Europäer haben 16 Jahre für den Euro-Tunnel gebraucht, die Japaner laut Handelsblatt sogar 24 Jahre.

Das Projekt könnte gleichzeitig auch die schwächelnde Konjunktur ankurbeln. Im Vorjahr war China mit 7,4 Prozent so langsam wie seit 24 Jahren nicht mehr gewachsen.

 

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