Unternehmen 50 Jahre Warentest: Die Checker der Nation

Die erste Ausgabe der Zeitschrift "Der Test" vom April 1966: Die Stiftung Warentest wird am 04.12.2014 50 Jahre alt.

Die erste Ausgabe der Zeitschrift "Der Test" vom April 1966: Die Stiftung Warentest wird am 04.12.2014 50 Jahre alt.© dpa

"Nähmaschinen im Examen" lautete der Titel der ersten Zeitschrift-Ausgabe der Stiftung Warentest. Seitdem hat sich viel verändert. Ihr Urteil ist aber immer noch oft entscheidend für den Erfolg eines Produkts. Seit der Gründung im Jahr 1964 passierten dabei auch einige Fehler.

Die Qualität der getesteten Produkte habe sich über die Jahrzehnte „deutlich verbessert“, sagt Hubertus Primus, Chef der Stiftung Warentest. „Das heißt aber nicht, dass sie in allen Bereichen in Ordnung ist.“ Prüfer fänden zum Beispiel noch immer Schadstoffe in Spielzeug, sagte er in dieser Woche der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

An diesem Donnerstag feiert die Stiftung ihren 50. Geburtstag. Seit ihrer Gründung am 4. Dezember 1964 hat sie in 5500 Tests etwa 100.000 Produkte geprüft. Im Vergleich zu den Anfangszeiten hat sich jedoch viel verändert. In den frühen Jahren standen laut Primus Sicherheit und Funktion eines Produkts im Vordergrund. Dann sei die Handhabung immer wichtiger geworden. Seit den 1980er Jahren rückte auch der Umweltschutz in den Blickpunkt, inzwischen geht es auch um Schadstoffuntersuchungen.

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Stiftung räumt Fehler ein

Im Rückblick räumte Primus allerdings auch einige Fehler in den Bewertungen ein. 1998 wurden Rollstühle nicht gründlich genug getestet. 2002 musste Stiftung Warentest einen Rechenfehler bei der Untersuchung von Riester-Rentenprodukten korrigieren. Und kürzlich sei die negative Bewertung einer Schokolade von Ritter Sport nicht zutreffend gewesen.

In einem Test von Vollmilch-Nuss-Schokoladen hatten die Prüfer der Ritter-Sport-Tafel die Note fünf gegeben. Die Schokolade enthalte das Aroma Piperonal, das künstlich hergestellt worden sei, schrieben die Tester. Das Urteil hatte bei dem Unternehmen für Entsetzen gesorgt. Ritter Sport bestritt das und klagte. Im September gab das Oberlandesgericht München dem Schokoladen-Hersteller schließlich Recht und die Passage im Testbericht muss geschwärzt sein.

Die „größte Fehleinschätzung der Stiftung“

Selbstironisch erläuterte Primus auch die „größte Fehleinschätzung der Stiftung“. Im Oktober 1984 lautete demnach eine Überschrift: „Man braucht es nicht und trotzdem wird es wie verrückt verkauft. Was ist das? Ein Heimcomputer.“ Das damalige Fazit habe gelautet: „Wer auf die elektronische Aufrüstung seines Heimes verzichtet, büßt keine Lebensqualität ein.“ Nun fügte Primus hinzu: „Aber vielleicht war das auch prophetisch.“

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