27.04.2010

Absatzsorgen: Oetker plant Preissenkung für Bionade

Von: Gregor Kessler
Flaschen der Getränkemarke Bionade
Flaschen der Getränkemarke Bionade
© AP
Die Oetker-Gruppe reagiert auf Absatzprobleme ihres jüngsten Zukaufs, dem Biobrausehersteller Bionade. Dazu soll die Marke den Vertrieb der ebenfalls zu Oetker gehörenden Radeberger Gruppe mit nutzen.

Zudem sollen die Preise für das Getränk sinken. "Die Preispositionierung schauen wir uns mal genauer an", sagte Radeberger-Chef Albert Christmann schon vor zwei Wochen in Frankfurt. Auch Bionade-Geschäftsführer Peter Kowalsky geht davon aus, dass die Zusammenarbeit mit Radeberger Kosten sparen wird, "sodass wir ab dem kommenden Jahr im Preis deutlich runterkommen werden". Nach einem stark rückläufigen Geschäft in den Jahren 2008 und 2009 verspricht Kowalsky für das laufende Geschäftsjahr wieder steigende Absätze: Das Geschäft in Deutschland soll "mindestens im hohen einstelligen Bereich wachsen".

2008 hatte eine 30-prozentige Preiserhöhung den kometenhaften Bionade-Aufstieg in einen Sinkflug verwandelt, die Absätze lagen 30 Prozent unter Plan. Der Umsatz soll nach Marktbeobachtern auf etwa 50 Millionen Euro gesunken sein. 2009 rechnete Kowalsky mit einem Umsatzminus von 20 Prozent. Wie viel es tatsächlich geworden ist, will er heute nicht sagen. Nun wird 2010 zum Schicksalsjahr für Bionade. Das Unternehmen muss nicht nur seinen mit Abstand wichtigsten Markt, Deutschland, konsolidieren, es müssen auch die Weichen für das Auslandsgeschäft gestellt werden.

Als Oetker im Herbst 2009 den Einstieg bei Bionade bekannt gab (siehe Kasten), lautete die offizielle Begründung: Allein könne Bionade das Wachstumstempo nicht finanzieren. Richard Oetker, seit diesem Jahr Chef der Oetker-Gruppe, bekräftigte im Januar die großen Pläne: Bionade könnte "zum Fundament" der Getränkesparte werden. Nun scheinen sich das junge Unternehmen und sein Mehrheitsgesellschafter damit zu begnügen, einen Teil der jüngsten Verluste zurückzuholen. "Unser Hauptthema für 2010 ist, die Synergieeffekte aus dem Joint Venture mit der Radeberger Gruppe umfassend zu nutzen", so Kowalsky.

Gute Erfrischung

Geld 50 Millionen Euro hat sich die Oetker-Gruppe ihre 70 Prozent an Bionade angeblich kosten lassen. Kommentieren will das in Bielefeld allerdings niemand.

 

Menschen Mit ihrer Mehrheit stellt Oetker zwar drei der fünf Mitglieder des Beirats, an den die Geschäftsführung berichtet. Das operative Geschäft aber sollen weiterhin die Brüder Stefan und Peter Kowalsky leiten, gemeinsam mit dem von Oetker bestellten Finanzchef Christian Schütz.

Seite   1 | 2 | 

© 2010 ftd.de

Ihre Meinung

Ich bin registrierter User und möchte mich anmelden

Ihr Name
Ihre Email-Adresse (wird n. veröffentl.)
Betreff
Ihr Kommentar


Versenden | Leserbrief | Druckversion | Zurück

Diesen Artikel bookmarken bei...

Tausendreporter BlinkList del.icio.us Folkd Furl Google Linkarena Mister Wong oneview Yahoo MyWeb YiGG Webnews