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12.11.2010

Aktiencheck: Pumpenbauer Pfeiffer macht Druck

Von: Christian Ingerl
Pfeiffer Vacuum
Pfeiffer Vacuum
© Pfeiffer Vacuum
Mit einem Paukenschlag lieferte Pfeiffer Vacuum vor gut einer Woche seinen Quartalsbericht ab. Für Euphorie sorgte eine andere Nachricht: Der Pumpenbauer hat die Vakuumtechnologiesparte von Alcatel-Lucent gekauft. Experten halten dies für einen genialen Schachzug.

Mit einem Paukenschlag lieferte Pfeiffer Vacuum vor gut einer Woche seinen Quartalsbericht ab. Während sich das Gros der Aktienanalysten an dem durchweg positiven Zahlenwerk erfreute, machte eine brisante Neuigkeit die Runde: Das in Asslar in Hessen ansässige Unternehmen hat mit dem Zukauf der Vakuumtechnologiesparte Adixen von Alcatel-Lucent einen strategisch wichtigen Schachzug getan. Erst im Laufe des Tages kam die Nachricht bei den meisten Marktteilnehmern an und beflügelte den Kurs der Aktie.

Auch in den Folgetagen legte das TecDAX-Papier weiter kräftig zu und notiert mittlerweile auf einem Rekordhoch von knapp 90 Euro - ein Plus von nahezu 30 Prozent seit Bekanntgabe des Deals. Der Kursverlauf erinnert stark an Zeiten des Neuen Marktes.

Doch anders als im Technologiehype zur Jahrtausendwende steckt hinter dem Zukauf und der anschließenden Kursexplosion jede Menge Substanz. Adixen erzielte im ersten Halbjahr einen Umsatz von 116 Mio. Euro und ein operatives Ergebnis von 14 Mio. Euro. Daraus errechnet sich eine Marge von beachtlichen zwölf Prozent. Zum Jahresende rechnet das Management sogar mit einem Anstieg der Rendite auf knapp 15 Prozent.

Die Sparte des US-Konzerns fügt sich perfekt in das Unternehmen ein, denn Pfeiffer Vacuum ist hoch profitabel. Nach drei Quartalen bleibt ein Fünftel der Erlöse als operatives Ergebnis im Unternehmen hängen. Damit knüpften die Hessen an alte Glanzzeiten an.

Aber nicht nur aus finanzieller Sicht erscheint der Adixen-Kauf lukrativ, auch auf operativer Ebene ergänzen sich die beiden Unternehmen bestens. "Die Produktportfolios von Adixen und Pfeiffer Vacuum verhalten sich komplementär", sagt DZ-Bank-Experte Harald Schnitzer. "Während Pfeiffer führend bei Turbopumpen ist, hält Adixen eine starke Marktposition bei Vorpumpen, die üblicherweise bei Turbopumpen benötigt werden."

Insbesondere aber ist Adixen weltweit der einzige Anbieter von Lecksuchtechnik für die beiden Prüfgase Helium und Wasserstoff. Daneben sind in der Produktpalette auch Vakuumpumpen für unterschiedlichste Anwendungen wie etwa Trockenläufer oder ölgedichtete Drehschieberpumpen zu finden.

Pfeiffer wiederum ist mit der 1956 selbst entwickelten Turbomolekularpumpe Weltmarktführer. Die Maschinen kommen in unterschiedlichsten Branchen, etwa in der Halbleiter- oder Solarindustrie, zum Einsatz.

Nicht nur aus Branchensicht ist Pfeiffers Geschäftsmodell sehr ausgewogen, keiner der Kunden verfügt über einen Umsatzanteil von mehr als drei Prozent. Zusätzliche Hoffnung schöpft das Pfeiffer-Management aus der weitverbreiteten regionalen Präsenz von Adixen.

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