Negative Strompreise können an der Strombörse EEX entstehen, wenn extrem viel Ökostrom bei gleichzeitig schwacher Nachfrage produziert wird, etwa an windstarken Feiertagen. An solchen Tagen ist es schwierig, den überschüssigen Strom überhaupt abzusetzen, denn es gibt kaum Speichermöglichkeiten für Strom. Temporär bekommen deshalb Abnehmer Geld dafür, dass sie in der Lage sind, sehr schnell viel Strom zu verbrauchen. Pumpspeicherwerke erhalten dann beispielsweise eine Entlohnung dafür, dass sie ihre elektrischen Pumpen anwerfen, um Wasser in hoch gelegene Seen zu befördern - später machen sie es wieder zu Strom. Der bislang extremste negative Strompreis trat am 3. Oktober 2009 auf. Damals konnten Stromabnehmer kurzfristig 500,02 Euro für den Verbrauch einer Megawattstunde am folgenden Tag bekommen.
"Mit dem Limit für negative Strompreise wird sichergestellt, dass das notwendige Marktsignal noch von den Preisen ausgeht, aber es darf keine Einladung zur Spekulation sein", sagte der deutsche Chefregulierer. Die neue Regelung gelte ab Anfang kommenden Jahres.
Zur Windkraft kommt nun ein massiver Zubau bei Solarstrom. "Bei der Fotovoltaik gibt es akuten Handlungsbedarf", mahnte der Behördenchef. Ende September waren in Deutschland Solaranlagen mit 15.200 Megawatt Leistung am Netz, gut 50 Prozent mehr als Ende 2009. Die Kapazität entspricht inzwischen etwa der von einem Dutzend Atomkraftwerken. Springt sie plötzlich an, bringt sie die Betreiber von Hochspannungsnetzen regelmäßig in die Bredouille, weil zwischen Prognosen und Strommenge Lücken klaffen - "mit bereits spürbaren Auswirkungen auf die Systemsicherheit", so ein Positionspapier der Netzagentur.
Dazu kommt, dass die Leistung von kleineren Anlagen, wie sie zum Beispiel auf den Dächern von Wohnhäusern installiert sind, nicht ständig gemessen werden kann. Auf diese schwer kalkulierbaren Anlagen entfallen aber drei Viertel der Leistung von Solarstromanlagen.
Wohin mit dem Strom? |
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Speicher Laut dem Energiekonzept der Bundesregierung kommt 2030 die Hälfte des Stroms aus erneuerbaren Energien. Weil Wind- und Solarstrom ungleichmäßig anfallen, müssen künftig große Mengen gespeichert werden. |
Wasser Strom lässt sich derzeit am wirtschaftlichsten durch Hochpumpen von Wasser und späteres Ablassen durch Turbinen in Pumpspeicherwerken speichern. Kooperationen mit Norwegen und den Alpenländern sind möglich. |
Luft Weitere Techniken werden erprobt, etwa Druckluftspeicher. Auch die Batterien von Millionen Elektroautos gelten als künftig mögliche Variante. |
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