11.01.2010

Altersvorsorge: Klares Bekenntnis zur Betriebsrente

Von: Olaf Wittrock
Mitarbeiter schätzen unerwartet hoch die betrieblichen Leistungen für ein Rentenwerk
Mitarbeiter schätzen unerwartet hoch die betrieblichen Leistungen für ein Rentenwerk
© fotolia.com
Der Großteil der Chefs steht auch in der Krise zur betrieblichen Altersvorsorge. Der Haken daran: Die wenigsten wissen, wie die vielen neuen Gesetze sich in der Praxis auswirken.

Siegfried Hischke leitet beim Kölner Versicherer HDI-Gerling Leben das Produktmanagement fürs Betriebsrentengeschäft und staunte nicht schlecht, als er die ersten Ergebnisse einer neuen Studie auf den Tisch bekam: Gemeinsam mit der Unternehmerzeitschrift Impulse hatte HDI-Gerling rund 800 Führungskräfte gefragt, wie sie es mit der betrieblichen Altersversorgung (bAV) halten - jetzt in der Finanzkrise. "Ich ging davon aus, dass das Thema derzeit hinten ansteht und dass Chefs vor allem ihre freiwilligen Leistungen zurückfahren", sagt Hischke.

Das Gegenteil ist aber der Fall: 82 Prozent der Befragten gaben an, dass die Finanzkrise sich nicht auf ihre Betriebsrentenstrategie auswirkt. Für weitere 14 Prozent wird die bAV jetzt sogar wichtiger. Nur vier Prozent halten sie für ein Thema, das in der Krise an Relevanz verliert.

Selbst von denjenigen, die ihre eigene Wirtschaftslage als besonders schlecht einstuften, gaben nur sechs Prozent an, dass sie das Rententhema nun erst einmal zurückstellen wollen. "Ich hätte deutlich mehr Zurückhaltung erwartet, gerade bei Beiträgen, die Chefs freiwillig zuzahlen", sagt Hischke. "Offenbar erkennen viele Mittelständler, dass es sich lohnt dranzubleiben."

Zusatzrente ist wichtig

Das klare Bekenntnis zur bAV ist nicht die einzige Überraschung der Studie. Unerwartet hoch schätzen Mitarbeiter die betrieblichen Leistungen für ein Rentenwerk. Im Katalog freiwilliger Zusatzleistungen, mit denen Chefs ihre Angestellten langfristig an das Unternehmen binden wollen, erreichte die arbeitgeberfinanzierte Firmenrente den dritten Rang. Direkt hinter monetären Anreizsystemen wie Gehaltssteigerungen und Boni - und noch vor dem Dienstwagen, der gemeinhin als bedeutsamstes Instrument zur Mitarbeitermotivation gilt.

38 Prozent der Befragten finden die Zusatzrente vom Chef wichtig oder sehr wichtig - ein Auto hielten nur 30 Prozent für relevant. "In der Vergangenheit wurden Betriebsrenten noch nicht so stark als Instrument zur Mitarbeitergewinnung und -bindung gesehen", sagt Hischke. "Diese Einstellung hat sich offenbar komplett geändert." Das heißt aber nicht, dass sich die Unternehmer mit der betrieblichen Altersversorgung mittlerweile auskennen. Im Gegenteil: Die Wissenslücken der Befragten sind teilweise immens. Insbesondere jüngere Gesetzesänderungen, die teilweise erheblichen Einfluss auf das Rentensystem entfalten können, sind mehrheitlich unbekannt.

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Quelle: ftd.de
© 2010 impulse.de

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