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29.12.2010

Angriff aus Spanien: Zitterpartie im Hochtief-Poker bis Januar

Die Schlacht um Hochtief wird im januar entschieden
Zoom Die Schlacht um Hochtief wird im januar entschieden
© FTD/Malte Knaack
Obwohl das Übernahmeangebot ausläuft, will Angreifer ACS das Ergebnis erst nach Silvester veröffentlichen. Das Hochtief-Management glaubt aber offenbar, die Spanier nicht mehr aufhalten zu können - und schützt sicherheitshalber schon mal die Kassen.

Für die rund 70.000 Hochtief-Mitarbeiter wird erst im neuen Jahr endgültige Klarheit darüber herrschen, ob der spanische Angreifer mit seinem Übernahmeangebot für ihren Konzern Erfolg hat. ACS (Actividades de Construcción y Servicios) habe bis Dienstagabend rund 1,65 Millionen Aktien eingesammelt und kontrolliere damit rund 29,40 Prozent der Stimmrechte, teilten die Spanier mit. Das seien 1,654 Millionen Papiere oder knapp 100.000 mehr als einen Tag zuvor. Der Hochtief-Vorstand passte derweil seine Kreditverträge mit den Banken an eine mögliche Übernahme durch ACS an während im Arbeitnehmerlager der Streit eskaliert.

Die Annahmefrist für Hochtief-Aktien läuft am Mittwoch um Mitternacht ab. Voraussichtlich am 4. Januar wollen die Iberer mitteilen, wie viele Papiere ihnen angedient wurden. Durch das Übernahmeangebot will ACS mehr als 30 Prozent der Stimmrechte am deutschen Unternehmen in die Hand bekommen, ohne ein kostspieliges Pflichtangebot vorlegen zu müssen. Danach plant ACS, über die Börse weitere Hochtief-Aktien zu erwerben und sich schrittweise die Mehrheit am Essener Konzern zu sichern.

Die Spanier hatten vor zwei Wochen ihre Offerte nachgebessert. Sie bieten neun - statt zuvor acht - eigene Aktien für fünf Hochtief-Anteilsscheine. Mit dem Anteil von 29,40 Prozent würde ACS inklusive der den Spaniern vom Finanzinvestor Southeastern Asset Management in Aussicht gestellten zwei Millionen Papiere über die Schwelle von 30 Prozent kommen. Unklar ist aber, ob in dem von ACS gemeldeten Anteil bereits Aktien von Southeastern enthalten sind. Vorstand und Aufsichtsrat des Essener Konzerns hatten die Offerte als finanziell unzureichend zurückgewiesen.

Offenbar glaubt das Hochtief-Management aber selbst nicht mehr an einen Erfolg im Abwehrkampf. Für den Fall einer Übernahme seien weitere Schritte eingeleitet werden. Der Konzern habe Ende Dezember alle wichtigen Darlehensverträge an die aktuelle Situation angepasst, sagte Finanzchef Burkhard Lohr der "Börsen-Zeitung".

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