Der deutsche Außenhandel hat im Juni stark angezogen. Die Exporte legten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes kalender- und saisonbereinigt um 3,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu. Im Mai waren die Ausfuhren um 7,9 Prozent nach oben geschnellt.
Damit erweist sich das Exportgeschäft erneut als Haupttriebkraft hinter dem Aufschwung. Vor allem der Handel mit Staaten außerhalb der Euro-Zone erlebt ein starkes Comeback. Hier legten die Ausfuhren um 37,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu, während im Geschäft mit den anderen Euro-Staaten ein Plus von 22 Prozent verzeichnet wurde.
Insgesamt verkauften die deutschen Unternehmen Waren im Wert von 86,5 Milliarden Euro ins Ausland - so viel wie seit zwei Jahren nicht mehr. Die Einfuhren erhöhten sich im Juni verglichen mit dem Vorjahresmonat um 31,7 Prozent auf den Rekordwert von 72,4 Milliarden Euro. Verglichen mit dem Vormonat gab es einen Anstieg von 1,9 Prozent.
Die deutsche Wirtschaft profitiert von der Erholung der Weltwirtschaft, die sich nach der tiefen Krise 2009 wieder gefangen hat. Auch der etwas schwächere Euro hilft, weil er deutsche Produkte in wichtigen Märkten wie den USA und China verbilligt.
Banken-Volkswirte sehen aber Probleme auf den Außenhandel zukommen. "Im zweiten Halbjahr wird es eine Verlangsamung geben, weil einige wichtige Abnehmerländern wie die USA Probleme haben", sagte Bernd Weidensteiner von der Commerzbank. Jürgen Michels rechnet mit negativen Effekten des wieder stärkeren Euro. Das Exportgeschäft werde deshalb an Dynamik verlieren.
Quelle: ftd.de
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