Siemens sieht keine Gefahren durch sein starkes Engagement in Schwellenländern wie Russland und China. Hans-Jörg Grundmann, Chef der Eisenbahnsparte des Konzerns, verteidigte sich am Sonntag gegen Vorwürfe des Wettbewerbers Alstom, zu unüberlegt zu agieren und technische Geheimnisse preiszugeben.
Es sei ein Irrglauben, einen Technologievorsprung etwa durch einen Verzicht auf das China-Geschäft behalten zu können, sagte Grundmann in Moskau. Das gelte auch für Russland. Siemens-Chef Peter Löscher und Wladimir Yakunin, Chef der russischen Staatsbahn RZD, unterschrieben am Sonntag einen Vertrag über die Lieferung und Wartung von acht Hochgeschwindigkeitszügen mit einem Auftragsvolumen von 600 Mio. Euro.
Massive Ausweitung des Eisenbahngeschäfts
Der deutsche Technologiekonzern lässt sich damit von bisherigen Schwierigkeiten gerade in Russland nicht abschrecken. Siemens hatte zuletzt eine Kooperation mit dem Atomenergie-Konzern Rosatom angestrebt, verzichtete dann aber auf die Pläne. Auch von der Beteiligung an dem Industrieunternehmen Power Machines hat man sich mittlerweile wieder getrennt. Dagegen wird das Eisenbahngeschäft massiv ausgeweitet.
"In den nächsten Jahren braucht die RZD 23.000 neue Loks und 24.000 neue Regionalzüge", sagte Siemens-Manager Grundmann. "Russland ist für uns ein Wachstumsmarkt." Die Vorbereitungen auf die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi und auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 trieben den Bedarf.
Der Konzern habe in den vergangenen Jahren - zusammen mit der neuesten Bestellung - Aufträge für insgesamt 5 Mrd. Euro eingesammelt. Mit dem russischen Bahntechnikkonzern Sinara wurde zum Beispiel ein Gemeinschaftsunternehmen für Regionalzüge gegründet. Die Produktion soll 2013 in Jekaterinburg aufgenommen werden. "Wir haben in China gute Partner, die sich an das halten, was in den Verträgen steht. Und wir haben in Russland gute Partner", sagte Grundmann.
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