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15.06.2010

Ausstoß von Klimakiller: RWE verzichtet auf neue Kohlekraftwerke

Schornsteine des Braunkohlekraftwerks Frimmersdorf  in Grevenbroich
Zoom Schornsteine des Braunkohlekraftwerks Frimmersdorf in Grevenbroich
© AP
Der fossile Brennstoff ist in Deutschland einer der wichtigsten Energieträger. Dennoch macht für den Konzern die Planung neuer Kohlekraftwerke keinen Sinn. Der Energiemix der Zukunft besteht aus Gas, Atom und erneuerbaren Energien.

Der Energiekonzern RWE plant nach den Worten seines Strategievorstands Leonhard Birnbaum keine neuen Kohlekraftwerke mehr. Unter den jetzigen Rahmenbedingungen sei es "in der EU nicht wirtschaftlich, neue Kohlekraftwerke in Angriff zu nehmen", sagte Birnbaum der "Berliner Zeitung".

RWE, größter Produzent von Strom aus Braunkohle in Deutschland, kann allerdings auch ohne Neubauten noch lange Kohle auf dem neuesten Stand der Technik verstromen. Der Konzern ist derzeit dabei, ein umfangreiches Modernisierungs-Programm fertigzustellen. Zwei Braunkohle-Blöcke mit einer Gesamtkapazität von 2100 Megawatt gehen planmäßig Mitte und Ende kommenden Jahres in rheinischen Neurath ans Netz.

Für neue Projekte hatte RWE-Chef Jürgen Großmann bereits im Februar eine Abkehr von der Kohle als Hauptstütze des RWE-Kraftwerksparks angekündigt. Im Jahr 2025 wolle der Konzern, der heute fast zwei Drittel seines Stroms aus Stein- und Braunkohle produziert, 75 Prozent aus erneuerbaren Energien, Kernkraft und Gaskraftwerken beziehen. Dafür sollen allein bis 2013 rund 18 Milliarden Euro investiert werden.

Hintergrund des Kraftakts: Kein Stromerzeuger in Europa stößt mehr Kohlendioxid je erzeugter Kilowattstunde aus als RWE. Im neuen Handelssystem mit Klimarechten, das die Europäische Union ab 2013 einführen will, kommen ohne Kursänderung hohe Kosten auf das Unternehmen zu. Das erzwingt den Schwenk.

Birnbaums Bemerkungen sind auch ein Hinweis darauf, dass der RWE-Vorstand nicht mehr davon ausgeht, dass es bald zu einem Gesetz kommt, das die Abtrennung und unterirdische Speicherung von Kohlendioxid regelt. Der jüngste Vorstoß war im vergangenen Herbst kurz vor Ende der vergangenen Legislaturpersiode gescheitert.

Kohle gehört in Deutschland zu den wichtigsten Energieträgern. Im vergangenen Jahr lag der Anteil von Braunkohlekraftwerken an der Stromerzeugung nach Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft bei 24 Prozent, Steinkohlekraftwerke stellten 18 Prozent.

(Mit Agenturen)

Quelle: ftd.de
© 2010 reuters

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