Der Discounterkette Aldi Süd droht wegen neuer Backautomaten in ihren Läden ein Rechtsstreit mit den Bäckern. Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks reichte Klage wegen irreführender Werbung beim Landgericht Duisburg ein. Das sagte Hauptgeschäftsführer Amin Werner am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur DPA. Die Werbung für gebackenes Brot und Brötchen frisch aus dem Ofen sei eine Täuschung der Verbraucher: In den Geräten, die keine Öfen seien, würden fertige Backwaren nur aufgewärmt und höchstens etwas gebräunt.
Aldi Süd hat 1770 Filialen im Westen und Süden Deutschlands. Das Unternehmen hatte vor einem Jahr angekündigt, flächendeckend Backautomaten in seinen Läden aufzustellen. Geworben wird etwa für Brötchen für 15 Cent oder Brote für 1,59 Euro.
Der Bäckerverband beanstandet zudem den Umgang mit Zutatenangaben und Produktbezeichnungen. So werbe Aldi Süd für ein Roggenmischbrot mit der allgemeinen Angabe "mit 34 Prozent Roggenmehl". Verbandsgeschäftsführer Werner sagte, die branchenübliche Leitsätze für Roggenmischbrot sähen jedoch einen Roggenmehlanteil von mindestens 50 Prozent vor - und zwar nur bezogen auf das Mehl und nicht das Endprodukt inklusive Wasser.
Wo Aldi Filialen mit den Backautomaten ausgestattet habe, hätten nahe Handwerksbäckereien teils deutliche Einbußen zu verzeichnen, sagte der Verbandsmanager. Die Klage sei verfasst worden, nachdem die Discounterkette zuvor eine Unterlassungserklärung nicht unterzeichnet habe.
Beim Landgericht Duisburg lag die Klage am Montagnachmittag noch nicht vor. Der Zentralverband vertritt bundesweit rund 14.500 Bäckereibetriebe.
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