Unter den traditionell weiß gewandeten Arabern waren Milliarden-schwere Unternehmer auf dem "Arab-German Family Business Summit". So gehört etwa Khalid Mohamed Kanoo aus Bahrain, einer der Schirmherren der Veranstaltung, zu einer der reichsten arabischen Familien. Auf gut sechs Milliarden Dollar schätzt das Wirtschaftsmagazin Arabian Business das Vermögen des Clans (siehe Tabelle Seite 2).
Kanoo rief die Teilnehmer des Gipfeltreffens (Summit) auf, Allianzen zu bilden sowie Kooperationen und Joint Ventures zwischen arabischen und deutschen Familienunternehmen zu begründen. "Wir können auch einzelne Geschäftszweige unserer Firmen fusionieren, um uns gemeinsam global aufstellen zu können", sagte Kanoo.
Familiengeführte Konzerne wie die Kanoo Group sind es, die das Wirtschaftsleben abseits des Ölgeschäfts am Golf dominieren. Auf über 90 Prozent wird der Anteil von Familienunternehmen an der gesamten Wirtschaft in der Golf-Region geschätzt. Arend Oetker, deutscher Schirmherr des vom International Institute for Family Enterprises der Universität Witten/Herdecke ausgerichteten Summits, sieht darin einen großen Vorteil für den deutschen Mittelstand. Sein international aufgestelltes Marmeladen- (Schwartau Extra) und Babybrei-Imperium habe im arabischen Raum als familiengeführter Konzern einen Vorteil im Vergleich zu den Multis Danone oder Nestlé. Und er hat ihn genutzt.
Neue Kontakte knüpfen
![]() Zoom Khalid M. Kanoo |
Als er vor zehn Jahren im Tross des damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau Kairo besuchte, hatten ihn ägyptische Geschäftsleute angesprochen. Nach einigen Gesprächen entschloss sich Oetker, in der so genannten Mena-Region (Mittlerer Osten, Nordafrika) zu expandieren. Heute gehört der ägyptische Fruchtverarbeiter Vitrac zur Oetker Holding; der Konzern macht zwölf Prozent seines Umsatzes in der Region. Das Unternehmertreffen in Bahrain nutzte er selbst, um neue Kontakte zu knüpfen. "Ich habe meine Regional-Manager dabei", sagte er am Rande der Veranstaltung. "Wir werden im Anschluss besprechen, ob sich interessante Möglichkeiten ergeben."
![]() Zoom Arend Oetker, deutscher Schirmherr des Summits |
Mal sehen, was geht. Mit dieser Grundhaltung waren die meisten Deutschen nach Bahrain gereist. Die Teilnehmer-Liste war hochkarätig: Die Firmen Knauf, Henkel, Kaldewei, Schoeller, Dornier oder auch Grillo waren vertreten. Ulrich Grillo, Vorstandschef des weltgrößten Zinkverarbeiters verband das Angenehme mit dem Nützlichen: Entspannen am Strand und Gespräche mit arabischen Familienunternehmern. Bereits 2007 hatte Grillo eine Niederlassung in Abu Dhabi eröffnet. Nun wolle er Bahrain kennenlernen, sagte der groß gewachsene Unternehmer. Für Joint Ventures mit Partnern in der Region sei er offen, betont Grillo, konkrete Pläne gäbe es aber nicht.
Geduld ist ein Muss
Um mit Arabern ins Geschäft zu kommen, ist ohnehin Geduld erforderlich. "Meistens geht der engen Zusammenarbeit ein langjähriger Kontakt voraus", sagt David Völker, Geschäftsführer des Beratungshauses Khatwa, das deutsche Firmen auf dem Weg in den Orient. Man darf gespannt sein, zu welchen Ergebnissen der Gipfel von Bahrain noch führen wird.
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