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08.12.2010

Betriebssystem Chrome: Google verpasst das Weihnachtsgeschäft

Von: Helene Laube
Lässt noch ein wenig auf sich warten: Der Entwurf eines Google Chrome OS Tablet PC
Zoom Lässt noch ein wenig auf sich warten: Der Entwurf eines Google Chrome OS Tablet PC
© screenshot: www.youtube.com
Google hat - wieder einmal - eine Vorschau auf Chrome OS gegeben: Die ersten Rechner mit dem Cloud-Betriebssystem sollen Mitte 2011 kommen. Ursprünglich wollte der Suchmaschinenkonzern den Angriff auf Microsoft und Apple schon dieses Jahr starten.

"Mit Chrome OS haben wir eine brauchbare dritte Wahl bei echten Betriebssystemen auf dem Desktop", sagte Google-Chef Eric Schmidt am Dienstag bei einem kurzen Auftritt auf einer Pressekonferenz in San Francisco. Bis die neue Alternative zu Microsofts Windows und Mac-Rechnern von Apple verfügbar ist, wird es aber länger dauern als ursprünglich geplant.

Chrome OS wird zuerst auf Netbooks eingeführt. Die ersten Geräte würden in der zweiten Jahreshälfte 2010 verfügbar sein, hatte der kalifornische Suchmaschinenkonzern im Juli 2009 verkündet. 17 Monate später hat Google noch immer keinen konkreten Verkaufsstart. Die ersten Geräte sollen nun Mitte 2011 von Acer und Samsung eingeführt werden, sagte Google-Produktmanager Sundar Pichai am Dienstag lediglich. Eine Preisspanne nannte er nicht. Bei den Rechnern handelt es sich um Notebooks, nicht um die zuvor angekündigten kleineren und billigeren Netbooks. Von Netbooks war auf der Veranstaltung in den Dogpatch-Produktionsstudios im gleichnamigen hippen Stadtteil von San Francisco nicht mehr die Rede.

Weitere Hardware-Partner sollen laut Pichai folgen. Ob Asus und Lenovo, wie vergangenes Jahr angekündigt, dazu gehören werden, wollte Google nicht verraten. Der wichtige Partner Hewlett-Packard (HP) hat die Entwicklung von Chrome-OS-Hardware-Produkten ausgesetzt, sagte eine Sprecherin der PC-Sparte vergangene Woche. Ein Google-Sprecher wollte den Rückzug des weltgrößten PC-Herstellers weder bestätigen noch kommentieren.

Mit dem auf dem Chrome-Browser aufgebauten Betriebssystem treibt Google die Verlagerung der PC-Aktivitäten ins Web - auch Cloud Computing genannt - voran. Traditionelle Betriebssysteme, fest installierte Software und Datenbestände auf Festplatten sollen dadurch überflüssig werden. Die entschlackten Geräte sollen durch die Web-Ausrichtung laut Google in wenigen Sekunden starten und einfacher bedienbar sein. Alle Daten und Anwendungen werden sich im Netz bei Diensten von Google und anderen Anbietern befinden und über den hauseigenen Browser Chrome abrufbar sein. Google verfügt bereits über zahlreiche Web-Anwendungen wie Textverarbeitung und E-Mail.

Die neuen Geräte werden daher auf den permanenten Online-Betrieb zugeschnitten sein, aber einige Anwendungen wie Googles Textverarbeitungsprogramm Docs auch offline nutzbar sein. Sobald das Gerät wieder eine Internetverbindung hat, wird das offline bearbeitete Material synchronisiert.

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Quelle: ftd.de
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