Der Total-Ausfall von Klimaanlagen in mehreren ICE-Zügen ramponiert das Image der Bahn. Verkehrsminister Peter Ramsauer telefonierte am Montag mit Bahnchef Rüdiger Grube wegen des Hitze-Debakels vom vergangenen Wochende. Der Minister will die Pannen außerdem zum Thema der nächsten Aufsichtsratssitzung machen.
"Ich erwarte von der Deutschen Bahn, dass die Züge bei minus 40 Grad genauso zuverlässig fahren wie bei plus 40 Grad", verlangte Ramsauer. Politiker der Opposition warfen dem Staatsunternehmen vor, an der falschen Stelle zu sparen und den Service zu vernachlässigen.
Von der Hitzefahrt am Wochenende kommen immer mehr Details ans Licht. Dabei waren bei hohen Außentemperaturen und vollen Zügen am Samstag in drei ICEs auf dem Weg von Berlin nach Köln/Düsseldorf die Klimaanlagen ausgefallen. Die Züge waren völlig überfüllt.
Eine Mitreisende berichtete, auf der Strecke zwischen Berlin und Hannover hätten sich Mitreise teils bis auf die Unterwäsche und teils ganz nackt ausgezogen. Einige hätten sich Wasser über den Kopf gegossen, um die extreme Hitze aushalten zu können. Jemand habe ein Thermometer dabei gehabt. Im Abteil hätten 67 Grad geherrscht.
Der Zug sei schon bei der Abfahrt in Berlin total überfüllt gewesen und habe zwischendurch immer wieder gestanden. "Die Angestellten haben alles getan, was möglich war", sagte die junge Frau. Sie seien aber mit der Situation total überfordert gewesen. In dem Zug waren viele Menschen wegen der Hitze kollabiert, unter anderem eine Gruppe von Schülern, die ärztlich versorgt werden musste. "Es war wie im Katastrophenfilm."
Quelle: ftd.de
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