Lars Windhorst könnte ein wenig Renommee gut gebrauchen. Der einstige Jungunternehmerstar und Liebling von Altkanzler Helmut Kohl hat einige Krisen durchstehen müssen seit seiner Hochphase Mitte der 90er-Jahre. Doch auch sein jüngster Anlauf dürfte nicht so recht helfen dabei.
Windhorst wollte sich als Investmentvermittler profilieren, als Supertippgeber. Und zwar für den Bauträger JK Wohnbau. Der plant, baut und verkauft Immobilien im Großraum München und ging im Herbst 2010 an die Börse. Und der 35-Jährige sorgte für Investoren, im Hintergrund.
Offiziell war die Quirin Bank das Emissionshaus. Doch Windhorst schaffte ebenfalls Geldgeber heran. Insgesamt wurden gut 80 Mio. Euro eingesammelt. Windhorst hatte Erfahrung mit dem Modell. Auch bei einer Air-Berlin-Anleihe beschaffte er mit der Quirin Bank so Geld.
Überfällige Bilanz
Inzwischen haben die Investoren, die 8 Euro je Aktie investierten, ihr Geld verloren. Die Firma steht vor einen Desaster. Seit über einem Jahr legt die Gesellschaft keine Quartalsberichte vor, die Bilanz 2010 ist überfällig und die Börsenaufsicht alarmiert. Der 60-jährige Unternehmensgründer und Vorstandschef Josef Kastenberger, dem gut ein Viertel der Firma gehört, vertröstete die Öffentlichkeit und verwies auf Bilanzierungsfragen.
Nach dem Börsengang hatte JK Wohnbau den Wirtschaftsprüfer gewechselt. Am Dienstag verkündete die Firma dann: Für 2010 fiel ein Verlust von 75,4 Mio. Euro nach dem internationalen Standard IFRS an. Eine immense Größe, zumal die Firma 2009 bei gut 44 Mio. Euro Gesamtleistung nur knapp 6 Mio. Euro Gewinn auswies. Die Nachricht ließ den Aktienkurs um zunächst 47 Prozent einbrechen. Bei Börsenschluss betrug das Minus nur gut ein Prozent auf 6,20 Euro.
Die Begründung für den hohen Verlust: 43 Mio. Euro Belastung aus Geschäftsvorfällen, die durch Aktien des Unternehmens vergütet wurden. Zudem hohe Sonderkosten aus dem Börsengang. Nähere Angaben gibt es nicht. Der Vorstand stellte auch dem Abschlussprüfer keine weiteren Informationen zur Verfügung. Daraufhin verweigerte der das Testat unter der Konzernbilanz 2010.
Kastenberger will nun zum Jahresende ausscheiden. Ein Nachfolger soll kommen. Zudem wird der Wirtschaftsprüfer wieder gewechselt. Im ersten Quartal 2012 könnte ein Investor einsteigen, heißt es. Immerhin: Wenn der Kurs wieder steigt, würde das auch Lars Windhorst helfen.
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