Für die deutsche Industrie geht es aufwärts: Die Aufträge stiegen im April nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums um 2,8 Prozent im Vergleich zum März. Zudem korrigierte das Ministerium die vorläufigen Daten für März nach oben auf 5,1 Prozent im Vergleich zum Februar. Damit übertrafen die Industrieaufträge in den beiden Monaten ihren Vorjahresstand kalenderbereinigt um 27,8 Prozent.
Die Industrie ist derzeit treibende Kraft der Wirtschaft auf dem Weg aus dem Rezessionstief und setzt nun trotz Schuldenkrise in Europa ihren Aufwärtstrend fort. Die Inlandsnachfrage legte um 2,9 Prozent zu, die Auslandsbestellungen kletterten um 2,8 Prozent. Dabei gab es laut Ministerium für einen April überdurchschnittlich viele Großaufträge.
Die Hersteller von Vorleistungsgütern schnitten am besten ab mit einem Zuwachs von 4,2 Prozent, vor den Produzenten von Investitionsgütern (2,2 Prozent). Nur die hauptsächlich auf das Inland ausgerichteten Konsumgüterproduzenten verbuchten im April einen Rückgang von 1,2 Prozent der Aufträge gegenüber dem März.
Banken-Volkswirte äußerten sich optimistische für die weitere Entwicklung. Der schwächere Euro helfe der äußerst wettbewerbsfähigen deutschen Exportwirtschaft, sagte Jörg Zeuner von der VP Bank. Der schwache Euro sei für die deutsche Industrie eine Art Konjunkturprogramm. Er wie auch Jörg Lüschow von der WestLB rechnen mit einer Fortsetzung des Aufwärtstrends. "Erfreulich ist, dass die Inlandsnachfrage deutlich gestiegen ist und das Plus nicht auf Sondereffekte wie Großaufträge aus dem Ausland zurückzuführen ist", sagte Lüschow.
Dekabank-Ökonom Andreas Scheuerle glaubt dagegen, dass der Höhepunkt schon erreicht ist. "Es war klar, dass die Konjunkturprogramme und der Lagerzyklus nicht ewig tragen können", sagte er. Allerdings werde es eine Wachstumsverlangsamung und keine neue Rezession geben.
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