Deutschlands Unternehmerkinder suchen mehrheitlich die unternehmerische Verantwortung und wollen den elterlichen Betrieb übernehmen. Diese Zukunftspläne äußerten 55 Prozent der über 200 Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Unternehmerfamilien im Alter zwischen 16 und 35 Jahren, die sich an der Studie zu Deutschlands nächster Unternehmer-Generation beteiligten. Es ist die größte Studie, die in Deutschland bislang zu diesem Thema gemacht wurde.
Impulse initiierte sie anlässlich seines 30-jährigen Bestehens gemeinsam mit der Zeppelin Universität (Lehrstuhl für Innovation, Technologie und Entrepreneurship am Friedrichshafener Institut für Familienunternehmen), der Stiftung Familienunternehmen und dem Bankhaus Sal.Oppenheim. „Diese Generation ist eine Leistungs-Elite. Sie sehen sich schon früh in der Verantwortung für das Familienunternehmen - und für die Gesellschaft”, erklärt der wissenschaftliche Leiter der Studie, Prof. Dr. Reinhard Prügl von der Zeppelin Universität.
Der Untersuchung zufolge planen lediglich 14 Prozent der Unternehmerkinder, nicht im Familienunternehmen operativ tätig zu sein. Gut ein Viertel (27 Prozent) war noch unschlüssig, für vier Prozent gehört diese Frage nicht zu ihrer Entscheidungskompetenz. Bei der Nachfolgefrage verspürten nur 27 Prozent Druck von Seiten ihrer Eltern. Viele Unternehmerkinder wissen aufgrund ihrer Erfahrungen in der Familie schon sehr genau, was sie erwartet und was von ihnen erwartet wird. So schätzen gut zwei Drittel (68 Prozent) von ihnen das Unternehmen als stärker ein, wenn die Familienmitglieder aktiv involviert sind, und 61 Prozent sind der Meinung, dass Kinder aus Unternehmerfamilien Verantwortung für die Firma haben. Dass das Unternehmen in den Händen der Familie bleibt, ist nahezu allen das wichtigste Ziel bei der Nachfolgeregelung: Nur für knapp drei Prozent kommt deshalb ein Verkauf überhaupt infrage. Sie wissen aber auch um die Gefahren möglicher Konkurrenz unter Geschwistern: Für 97 Prozent schade Rivalität unter den Kindern einer Unternehmerfamilie der Firma.
Der Großteil der Unternehmerkinder hat klare Vorstellungen davon, wie sie das Unternehmen führen wollen. Die Prioritäten liegen dabei auf der progressiven Weiterentwicklung des Unternehmens: Expansion und Wachstum (66 Prozent) sowie Investitionen in Innovation (61 Prozent) sind für sie vorrangig. Nur ein knappes Drittel (32 Prozent) denkt in erster Linie an Kostensenkung. Schnellen Erfolg zu haben, ist nur einer Minderheit wichtig. Sie setzen stattdessen stärker auf Nachhaltigkeit.
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