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26.07.2010

Elektronischer Brief: Kunden überrennen Post

250.000 Interessentenhaben sich bei der Post für den E-Brief registrieren lassen
250.000 Interessentenhaben sich bei der Post für den E-Brief registrieren lassen
© Getty Images
Bei ihrer Kampagne zur Einführung eines elektronischen Hybridbriefes drängte die Deutsche Post die Kunden zur schnellen Registrierung ihres Wunschnamens. Das tun so viele, dass das Unternehmen mit der Zulassung nicht hinterherkommt.

Wegen großen Zuspruchs für den E-Postbrief der Deutschen Post müssen sich registrierte Kunden in Geduld üben. "Der Andrang ist sehr groß." Daher verzögere sich die Freischaltung, sagte eine Bonner Unternehmenssprecherin am Samstag. Kunden müssen sich für den E-Postbrief registrieren. Die Adresse besteht aus Vor- und Nachnamen und der Endung @epost.de. Eine Zahl hinter dem Nachnamen soll Verwechslungen verhindern.

In ersten zwei Tagen nach Einführung Mitte Juli haben sich Post-Angaben zufolge bereits 250.000 Interessenten registrieren lassen. Viele warteten nach wie vor auf eine endgültige Zulassung. Die Sprecherin erklärte, damit der Server des Unternehmens nicht abstürze, könne zunächst nur eine gewisse Zahl an Kunden zugelassen werden.

Ursprünglich habe die Post für die Freischaltung - nach erfolgter Registrierung - eine Wartezeit von bis zu vier Tagen angegeben. Wegen des unerwarteten Ansturms könne dies nun etwa zwei Tage länger, sagte die Post-Sprecherin.

Die Deutsche Post hatte den E-Postbrief am 14. Juli gestartet. Er kostet wie der traditionelle Brief 55 Cent - egal ob er im Internet abgeschickt und dann in Papierform ausgetragen oder vollständig elektronisch übermittelt wird.

Der relativ hohe Preis für den E-Postbrief ist ein Versuch, die Umsatzrückgänge im klassischen Briefversand aufzufangen. Eine Kannibalisierung des Kerngeschäfts durch das neue Angebot würde kaum noch wehtun, wenn die Kunden bereit wären, 55 Cent für den elektronischen Brief zu zahlen. Zuletzt hatte sich der Gewinn der Briefsparte fast halbiert, weil immer mehr Menschen per E-Mail kommunizieren, statt Briefe zu versenden. Mittelfristig will der Konzern mit dem verbindlichen E-Postbrief einen dreistelligen Millionenumsatz machen.

Neben der Post sind auch Wettbewerber am Markt aktiv, allerdings zu einem günstigeren Preis. So verlangt United Internet beim Start des Konkurrenzprodukts De-Mail in knapp einem halben Jahr voraussichtlich 15 bis 20 Cent für einen elektronischen Brief, die Deutsche Telekom will anfangs sogar mit einem Gratisangebot auf den Markt gehen.

Quelle: ftd.de
© 2010 impulse.de

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