Nach jahrelanger Flaute haben die Nordic-Werften in Wismar und Rostock-Warnemünde wieder einen Auftrag für einen eisbrechenden Spezialtanker erhalten. Der russische Bergbau-Konzern Norilsk Nickel habe am Wochenende einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet, teilte eine Sprecherin von Nordic-Eigentümer Witali Jussufow am Montag mit. "Damit haben wir unseren ersten Auftrag akquiriert", sagte Jussufow. Er kündigte an, dass "weitere interessante Aufträge folgen werden".
Der lange erwartete Abschluss könnte den vom Untergang bedrohten Schiffbau-Betrieben eine dringend benötigte Atempause verschaffen. Zur genauen Auftragssumme könnten noch keine Angaben gemacht werden, hieß es.
Die ehemaligen Wadan-Werften mit rund 2500 Beschäftigten waren im August 2009 in die Insolvenz gegangen und konnten nur durch den Notverkauf an einen russischen Investor gerettet werden. Witali Jussufow, der Sohn des früheren russischen Energieministers, übernahm die Ostseewerften für 40 Millionen Euro.
Nordic Yards, wie das Unternehmen seit seinem Verkauf heißt, soll eigentlich eng mit russischen Werften zusammenarbeiten. Wegen der mehr als halbjährigen Wartezeit auf einen ersten Auftrag hatte es Befürchtungen um den Erhalt der Standorte in Wismar und Warnemünde gegeben. Erst in der vergangenen Woche hatte die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern Jussufow nachdrücklich an die von ihm garantierten 1200 Arbeitsplätze erinnert. Die beiden Transfergesellschaften, die im Zuge der Insolvenz gegrünet wurden, laufen nach derzeitigem Stand Ende März aus.
Der nun bestellte rund 170 Meter lange Tanker "Nordic AT 19" soll im September 2011 ausgeliefert werden, Baubeginn ist den Angaben zufolge am 1. Juli dieses Jahres. Das Schiff ist mit einer Länge von rund 170 Metern für den ganzjährigen Einsatz in arktischen Gewässern spezialisiert und kann eine Eisdicke von bis zu 1,50 Metern durchbrechen.
Norilsk Nickel hatte zuletzt im Juli 2006 vier eisbrechende Container-Frachtschiffe bei den Werften bestellt. Der Auftragswert für die vier Schiffe betrug damals 320 Millionen Euro.
Quelle: ftd.de
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