Serie: IT für den Mittelstand

Verlässliche IT-Hilfen sind gerade in kleinen und mittleren Unternehmen ein teures Gut und sehr gefragt. Daher legen wir in unserem IT-Spezial nach und erläutern unter anderem, wie man an Arbeitsplatzrechnern spart, Outsourcing-Dienstleistern auf die Finger sieht und Softwarekosten minimiert.


26.02.2010

Energiekosten: Grüne Technik für den Mittelstand

Von: Julia Vergin
Acers Monitor X193HQL hilft beim Energiesparen
Zoom Acers Monitor X193HQL hilft beim Energiesparen
© Acer
Firmen können mit Green-IT die Energiekosten senken – die Investitionen sind aber hoch. Mittelständler, von denen einer Studie zufolge 50 Prozent konkrete Investitionen planen, können sich eines Tricks bedienen.

Der Monitor X193HQL von Acer ist ein Hingucker: Dank des Widescreens verfügt er über eine Bildschirmdiagonale von 47 Zentimeter. Auf der Website des Unternehmens erfahren Kunden auch etwas über die ansehnliche Umweltbilanz: So werden bei der Herstellung keine schädlichen Materialien wie Quecksilber und Halogen verwendet; und im Alltagsbetrieb verbraucht das Gerät 60 Prozent weniger Energie als herkömmliche LCD-Monitore.

Solche Argumente interessieren immer mehr Unternehmen, die neue Hardware für ihre Büros anschaffen wollen. Mehr als 50 Prozent der Mittelständler haben konkrete Pläne für Investitionen, mit denen sie etwa durch geringeren Energieverbrauch die Umwelt schonen wollen, belegt eine IBM-Studie. "Green-IT ist die Technologie der Zukunft", sagt Thomas Tauer, Energieeffizienzexperte des IT-Konzerns.

Umwelt schonen und Kosten senken

Das neue Umweltbewusstsein hat einen handfesten Hintergrund: Mit grüner Informationstechnik können Firmen ihre laufenden Kosten senken. Die Ausgaben für Strom lassen sich so um bis zu 50 Prozent reduzieren, schätzt die Deutsche Energie-Agentur (Dena). "Langfristig Geld zu sparen ist für mittelständische Unternehmen der Ausschlag gebende Grund, in stromsparende Technik zu investieren", sagt Florian König vom Berliner Green-IT-Beratungsbüro.

Er hilft Unternehmen, die künftig auf umweltfreundliche Technik setzen wollen. Die IBM-Studie bestätigt die Einschätzung des Beraters. Danach wollen 60 Prozent der Unternehmen, die in Green-IT investieren, damit die Betriebskosten senken, die restlichen 40 Prozent haben zuerst ökologische Ziele im Blick.

Günstigere Entsorgung

Welcher Grund auch immer im Fokus steht, die Vorteile umweltfreundlicher Hardware liegen auf der Hand: Der Stromverbrauch sinkt, ebenso nehmen CO2-Emissionen ab. Außerdem verwenden die Hersteller weniger schädliche Kunststoffe. Deshalb lassen sich ausrangierte Monitore, Rechner und andere Geräte einfacher und günstiger entsorgen.

Unternehmen können zwei verschiedene Wege verfolgen, wenn sie ihre Technik umweltfreundlicher machen wollen. Die größte Veränderung erreichen sie, indem sie alle IT-Geräte gegen neue austauschen.

Trick hilft dem Mittelstand

Wer nicht so viel Geld investieren will, kann die vorhandene Technik mit einem sogenannten PC-Power-Management aufrüsten. "Damit können Mitarbeiter ihren Computer so einstellen, dass er per Bewegungssensor registriert, wenn niemand am Arbeitsplatz ist", sagt IBM-Experte Tauer: "Der Rechner schaltet dann automatisch in den Energiesparmodus."

Der Mittelstand zeigt Interesse an solchen Tricks zum Energiesparen am Computer. 60 Prozent der Unternehmen planen, ein PC-Power-Management einzuführen. Bereits umgesetzt haben diese Pläne aber erst 28 Prozent, heißt es in der IBM-Studie.

"Green-IT ist oft teurer als weniger energieeffiziente Technik", sagt Tauer. Das schrecke gerade kleinere Unternehmen ab. Denn in den vergangenen Monaten war es für viele Firmen nicht leicht, Investitionen zu finanzieren. "Mittelständische Unternehmen fragen sich oft, wie sie die stromsparende Technik bezahlen sollen", sagt Tauer. Unterstützung bekommen sie beispielsweise von der staatseigenen KfW Bankengruppe: Wer in energieeffiziente Hardware investiert, kann dort Fördergeld beantragen.

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