Schlappe für Hochtief im Abwehrkampf gegen ACS: Das in Australien für Firmenübernahmen zuständige Gremium lehnte es am Montag ab, sich näher mit einem Antrag der Essener zu beschäftigen.
Hochtief wollte durchsetzen, dass ACS im Falle einer Übernahme des deutschen Unternehmens auch für dessen australische Tochter Leighton ein eigenes Angebot vorlegen muss. Dies hätte die Übernahme für die Spanier um mehrere Milliarden Euro verteuert und damit möglicherweise unfinanzierbar machen können.
Der Antrag an das australische Gremium galt daher als eine "Giftpille", mit der Hochtief seine eigene Übernahme verhindern will. Der Essener Konzern kämpft seit Wochen erbittert gegen das feindliche Angebot von ACS.
Hochtief und Leighton hatten gehofft, das das Takeovers Panel bei dem bisherigen ACS-Angebot "inakzeptable Umstände" für die Leighton-Aktionäre feststellt. Hochtief hält an dem australischen Bauunternehmen 54,4 Prozent. Es ist der werthaltigste Teil im Hochtief-Konzern.
Die Madrider Baufirma ACS besitzt knapp 30 Prozent an Hochtief und hatte die Essener im September mit einem Übernahmeangebot im Gesamtvolumen von 2,7 Mrd. Euro überrascht. Die Deutschen halten die Offerte für zu niedrig.
Das australische Übernahme-Panel nahm die Anträge von Hochtief und Leighton erst gar nicht zur Entscheidung an. Die Absage fiel eindeutig aus. Nach Auffassung des Gremiums gibt es keinen vernünftigen Grund zu der Erwartung, dass die Umstände der Hochtief-Übernahme als unakzeptabel abgelehnt werden müssten.
In der Begründung hieß es unter anderem, dass ACS Leighton versprochen habe, die besonderen Strukturen zwischen Hochtief und Leighton zu erhalten, die die Unabhängigkeit des australischen Vorstands garantieren.
ACS nennt Gerüchte über neues Angebot "Quatsch"
Zudem kamen am Montag Spekulationen über eine veränderte Übernahmeofferte auf. Aktien des Essener Baukonzerns reagierten zeitweise mit Gewinnen von 3,5 Prozent. "Angeblich will ACS 72 Euro je Hochtief-Aktie bieten", hieß es an der Börse.
ACS betonte dagegen, am bisherigen Angebot - acht eigene für je fünf Hochtief-Papiere - festhalten zu wollen. Eine Sprecherin des spanischen Unternehmens nannte die Gerüchte auf Anfrage der FTD "völligen Quatsch". Bis zum Mittag gaben die Hochtief-Papiere einen Teil ihrer Kursgewinne ab, waren aber noch immer 2,5 Prozent mehr wert als am Freitag.
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