Strom aus Windkraftwerken wird zur wichtigsten Energiequelle innerhalb der EU. Das geht aus einem Bericht der Europäischen Kommission hervor, der der Financial Times vorliegt. In der Studie, die untersucht, wie die EU ihre Umweltziele erreichen kann, heißt es zudem, dass für Europas Verbraucher Elektrizität mindestens 20 Jahre lang teurer werden wird.
Bis 2050 würden Windparks noch vor Kohle und Atomkraft zur wichtigsten Stromquelle innerhalb der Europäischen Union aufsteigen, dafür sprächen sämtliche Szenarien. Der 112-seitige Bericht befasst sich mit Möglichkeiten, wie fossile Brennstoffe durch umweltverträglichere Energieformen abgelöst werden können. Sind Windparks bislang für rund fünf Prozent der Stromerzeugung in der EU verantwortlich, könnte dieser Anteil bis 2050 auf 49 Prozent ansteigen, so die Einschätzung.
In sämtlichen Szenarien steigen die durchschnittlichen Strompreise für Privatverbraucher und Firmen bis 2020 oder 2030 stark an, wobei die höchsten Preise nach 2030 erreicht werden, wenn erneuerbare Energien einen größeren Anteil ausmachen. Die höheren Kosten erklären sich teilweise durch Investitionen in die Infrastruktur, aber die Autoren gehen auch davon aus, dass herkömmliche Kraftwerke dann nicht mehr so stark betrieben werden wie heute.
Der Bericht soll eine Einschätzung liefern, welche Energiepolitik die EU verfolgen muss, wenn sie ihr Ziel erreichen will, bis 2050 die CO2-Emissionen um mindestens 80 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Der Bericht kursiert derzeit als Entwurf in den Direktoraten der Europäischen Kommission und soll zum Jahresende als "Energie-Roadmap 2050" veröffentlicht werden.
Aktuell machen fossile Brennstoffe wie Öl und Gas mehr als die Hälfte der Stromgewinnung in der EU aus, gefolgt von Atomenergie mit 28 Prozent Anteil. Wind- und Wasserkraft kommen zusammen auf 18 Prozent.
Mit den höchsten Strompreisen wird in dem Szenario gerechnet, das am stärksten auf erneuerbare Energien setzt. Die günstigsten Preise verspricht ein Mischszenario, bei dem auch Atomkraft eine Rolle spielt und die CO2-Einlagerung wirtschaftlich realisierbar ist.
Quelle: The Financial Times
Quelle: ftd.de
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