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27.12.2011

Familie Stadlbauer: Herrscher über Kinderträume

Von: Lorenz Wagner
Erfolgsstrecke: Als Dieter und Andreas Stadlbauer (l.) Carrera kauften, waren die Elektroautos nur noch Ramschware. Heute ist der alte Glanz zurück
Zoom Erfolgsstrecke: Als Dieter und Andreas Stadlbauer (l.) Carrera kauften, waren die Elektroautos nur noch Ramschware. Heute ist der alte Glanz zurück
© FTD.de/FTD/Martin Hangen
Carrera, Playmobil, Nintendo - die Marken von Dieter und Andreas Stadlbauer kennt jeder, sie selbst kaum einer. Dabei sind Vater und Sohn die Herren über deutsche Kinderträume. Pustefix ist ihre neueste Marke, und die soll vor allem auch wachsen.

Ein bisschen Großtuerei ist schon dabei, "Rennbahn-Allee" heißt die neue Straße in Puch, im Süden von Salzburg, stolz liegt sie da, dunkler Teer, am Rande Lichtpunkte, darauf Streifen, wie jedes Kind sie kennt: von der Carrera-Bahn, dem Produkt, auf das sie am Ende der Rennbahn-Allee so stolz sind. "Wir sind Autohersteller", sagt Andreas Stadlbauer, der Firmenchef. Er lächelt nicht dabei. Und: Carrera sei nicht nur ein Auto, es sei auch eines mit Zukunft, ein Elektroauto. "Was andere erst entwickeln, stellen wir schon her." Diesmal lächelt er.

Die Stadlbauers aus Salzburg. Dieter und Andreas, Vater und Sohn. Ihre Namen sind kaum bekannt, ihre Marken sehr: Carrera, Baufix, Playmobil, Nintendo, Pustefix. Sie herrschen über Deutschlands Kinderträume.

Viel war zu tun die letzte Zeit in Puch. Weihnachtsgeschäft, die wichtigste Zeit im Jahr. Es lief gut: Wir haben wohl ein schönes Plus, sagen die Stadlbauers. Und dann ist da noch die Arbeit mit Pustefix, der nächsten Marke, die sie gekauft haben. Der Kauf hat in der Branche für Gerede gesorgt. Pustefix ist keine Familienfirma mehr. "Was Stadlbauer kann, das können wir nicht", sagt Frank Hein, Enkel des Pustefix-Gründers. Die Salzburger können den Großen auf dem Weltmarkt etwas entgegensetzen. Haben das Geld, zu wachsen. Kontakte in China und den USA. Und vieles mehr.

Begonnen hat das Märchen der Stadlbauers in den Wirtschaftswunderjahren. Dieter Stadlbauers Vater verdiente sein Geld noch im Großhandel, mit Kosmetik, Schaumstoff und Sportwaren. Der Erfolg war bescheiden, bis Mitte der 60er Dieter übernimmt, mit 25 Jahren. Großhandel in Salzburg? Ist ihm nicht genug. Der junge Mann, der das Reisen so liebt, will Deutschland erobern, Europa, die Welt.

Allein womit? Bei einer Reise durch England sticht ihm die Marke Matchbox ins Auge. Spielzeug! Das scheint ihm eine lohnende Sache zu sein, als Händler und Lizenznehmer. Er wird Vertreter von Dinky Toys, Spielautos mit Swarovski-Scheinwerfern. Das System Stadlbauer nimmt seinen Anfang: Von nun an wird der Unternehmer in aller Welt nach Ideen suchen für den deutschen Markt.

Wie wohl kein Zweiter in der Branche ist er unterwegs, in den 60ern in Westeuropa, in den 70ern in Japan und den USA, in den 80ern im Ostblock. Er treibt sich auf Messen rum, sammelt Lizenzen ein, Playmobil und Nintendo und wie sie alle heißen.

Gerade Nintendo ist ein Risiko, die Zeit der Spielkonsolen sei vorbei, heißt es. Doch Nintendo wird zum Gewinnbringer. Stadlbauers Bauch hat ihn nicht getrogen. "Große Entscheidungen lassen sich nicht mit dem Rechenstift fällen."

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Quelle: ftd.de
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