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11.11.2010

Feindlicher Übernahmeversuch: Hochtief will im Abwehrkampf Tochter opfern

Von: Kai Makus
Hochtief ist eigenen Angaben zufolge der siebtgrößte Baudienstleister weltweit
Zoom Hochtief ist eigenen Angaben zufolge der siebtgrößte Baudienstleister weltweit
© ddp
Vor einem Jahr war der Börsengang der Flughafentochter noch sang- und klanglos abgesagt worden. Um sich gegen die aufdringlichen Spanier zu wehren, ist der Baukonzern inzwischen sogar bereit, die Mehrheit an Concessions abzugeben - und warnt ACS vor hohen Folgekosten.

Im Abwehrkampf gegen den spanischen Konkurrenten ACS ist der Baukonzern Hochtief bereit, die Mehrheit an der Flughafentochter Concessions abzugeben. Das sagte Vorstandschef Herbert Lütkenstratkötter am Donnerstag in Düsseldorf bei Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal. An den Einnahmen aus der für das kommende Jahr geplanten Trennung würden die Aktionäre "angemessen" beteiligt, sagte der Konzernchef und warb damit um Unterstützung der Anteileigner für seine Ablehnung eines Einstiegs der Spanier. Das gelte auch für die Beteiligung an Aurelis Real Estate, die Lütkenstratkötter 2012 und damit ein Jahr vorher als bislang geplant abgeben will.

Hochtief versucht, die Aktionäre bei der Stange zu halten. ACS muss noch am Donnerstag ein offizielles Übernahmeangebot einreichen - und wird das auch tun: "Das Angebot wird innerhalb von Stunden abgegeben", zitierte die Nachrichtenagentur Reuters am Vormittag eine nicht näher bezeichnete sachkundige Quelle. ACS bietet den Hochtief-Eignern acht eigene Aktien für je fünf Papiere des deutschen Baukonzerns. Auf Basis des Schlusskurse vom Mittwoch ergibt sich daraus ein Volumen von 4,2 Mrd. Euro.

Die 100-prozentige Hochtief-Tochter Concessions ist im Flughafenbau aktiv, betreibt aber auch sogenannte Public-Privat-Partnership-Projekte, also die private Durchführung öffentlicher Bauvorhaben wie etwa Schulgebäude oder Rathäuser. Der Konzernvorstand wollte eine Minderheitsbeteiligung bereits im vergangenen Jahr über die Börse losschlagen, sagte das Vorhaben aber mit Blick auf eine insgesamt schwache Marktentwicklung ab. Laut Vorstandschef Lütkestratkötter plant der Konzern inzwischen nicht nur, die Tochter aufs Parkett zu bringen: Um möglichst viel Geld herauszuschlagen, wird auch direkt mit Großinvestoren verhandeln, die Anteile abnehmen könnten.

Das Tochterunternehmen erwirtschaftete ausweislich der Neunmonatsbilanz vom Donnerstag eine Leistung von 79,6 Mio. Euro. Dieser in der Bauwirtschaft als Umsatzindikator genutzte Wert liegt damit um 48 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums. Das Vorsteuerergebnis (EBT) gibt Hochtief mit 59,8 Mio. Euro an - ebenfalls ein Minus von 48 Prozent im Jahresvergleich. Als Grund wird angegeben, dass die Zahlen für die ersten neun Monate 2009 durch die Auflösung von Rückstellungen für den Flughafen in Athen in die Höhe getrieben worden seien.

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