Der weltgrößte Solarkonzern investiert mehr als 200 Millionen Dollar in sein Werk in Frankfurt an der Oder - und erhält dafür Subventionen in zweistelliger Millionenhöhe. "Wir bauen in Deutschland aus, weil das Land unser wichtigster Markt ist und auch langfristig bleibt", bestätigte Konzernchef Robert Gillette. "Außerdem funktioniert hier die Kooperation mit der Regierung sehr gut."
Deutsche Hersteller verhalten sich anders: Q-Cells hat gerade mehr als die Hälfte der Produktion nach Malaysia verlagert und 500 Stellen am Stammsitz in Bitterfeld gestrichen. Solarworld produziert den Großteil in Südkorea und den USA. Und Martin Heming, Chef von Schott Solar, sagte kürzlich im Gespräch mit der Financial Times Deutschland, dass er nach Standorten in Asien sucht und die Massenfertigung unter Umständen komplett ins Ausland verlagert. Die Entscheidung von First Solar dürfte daher für Zündstoff auf der weltgrößten Branchenmesse Intersolar sorgen, die am Mittwoch in München beginnt.
Schließlich bekommt die deutsche Fotovoltaikbranche im eigenen Land Konkurrenz ausgerechnet von First Solar - dem Erzfeind. Grund der Rivalität: Der US-Konzern produziert mit seiner Dünnschichttechnik deutlich günstiger als die deutschen Hersteller mit ihren kristallinen Solarmodulen. Im Durchschnitt kostet die Herstellung von einem Watt Leistung bei First Solar 0,80 Dollar - Tendenz fallend. Damit kann der Konzern sogar mit den Chinesen mithalten. Bei den deutschen Herstellern - die offiziell keine Angaben machen - liegt der Wert bei rund 1,50 Euro.
"Massenproduktion ist in Deutschland eigentlich nicht mehr wettbewerbsfähig", sagte der Solarexperte Hans Kühn von der Unternehmensberatung PRTM. First Solar habe wegen der günstigen Produktion aber eine Sonderstellung. Die Technik habe eine Chance, gegen chinesische Rivalen zu bestehen.
"Für uns lohnt sich die Produktion in Deutschland", versicherte Gillette. "Die Frankfurter Fabrik ist schon jetzt eine der effizientesten weltweit, und es gibt in der Region viele gut ausgebildete Arbeitskräfte." Die Lohnkosten machten nur einen geringen Teil der Kosten aus. Dagegen hätten die Logistikausgaben wachsende Bedeutung. "Im Moment transportieren wir alles zweimal", so der Konzernchef. "Erst gehen die Bestandteile wie Glas nach Asien und dann das fertige Modul wieder zurück." Das sei ein Problem, weil der Transport sechs Wochen dauere und First Solar schlechter auf Nachfrageschwankungen reagieren könne.
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