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16.08.2010

Flottenmanagement: Downsizing - Einen Gang zurückschalten

Von: David Selbach
BMW 760i, 12-Zylinder-Ottomotor mit TwinPower Turbo, 544 PS
Zoom BMW 760i, 12-Zylinder-Ottomotor mit TwinPower Turbo, 544 PS
© BMW
Trotz Wirtschaftskrise und steigender Spritpreise wagen sich viele Chefs nicht an ihren Fuhrpark – sie fürchten einen Aufstand, wenn sie 5er-BMW und Audi A6 gegen Scirocco und Passat umtauschen. Wer sparen will, muss listig vorgehen und seinen Mitarbeitern das Spritsparen schmackhaft machen.

Schweizer können bekanntlich mit Geld umgehen. Getreu dem Motto "Von den Reichen musst du’s Sparen lernen" verkündete der Eidgenosse Carsten Schloter auf dem Höhepunkt der Finanzkrise Mitte 2009, er sei vom Audi auf einen Scirocco von Volkswagen umgestiegen. "Der braucht nur 4,2 Liter", sagte der Chef des nationalen Telefonunternehmens Swisscom. "Wir haben in der Geschäftsleitung entschieden, mit gutem Beispiel voranzugehen."

Die Dienstwagenflotte macht in den meisten Betrieben den mit Abstand größten Kostenblock nach dem Personal aus. Da ist es nur konsequent, in der Krise genau hier zu sparen. Zumal große Dienstwagen immer weniger in eine Zeit passen, in der Unternehmen sich Gedanken um ihre CO2-Bilanz machen.

Audi A6 3,0 TFSI, 6-Zylinder-Kompressormotor, Direkteinspritzung, 290 PS
Zoom Audi A6 3,0 TFSI, 6-Zylinder-Kompressormotor, Direkteinspritzung, 290 PS
© Audi

Trotzdem: Die wenigsten Chefs haben das Thema Fuhrpark bisher ernsthaft angepackt: Nur 15 Prozent der Unternehmer können sich vorstellen, zu kleineren Fahrzeugtypen zu wechseln, ermittelte Flottendienstleister Arval in der Studie "Corporate Vehicle Observatory" (CVO) 2009. Mittelständische Betriebe tun sich besonders schwer: Während zwei Drittel der Großunternehmen ihre Dienstwagenordnung in Sachen Verbrauch und CO2-Reduzierung optimieren wollen, sind es bei Firmen mit unter 500 Angestellten nicht einmal die Hälfte.

Dabei gibt es viele Möglichkeiten, den Fuhrpark abzuspecken. Chefs können etwa ihren Angestellten Fahrtrainings verordnen, Spritspar-Wettbewerbe ausloben oder Mitarbeiter in barer Münze für niedrigen Verbrauch belohnen. Auf diese Weise sinken immerhin schon mal die Treibstoffkosten (siehe "Die besten Anreizsysteme zum Spritsparen", S. 76).

Der nächste Schritt ist der Wechsel zu kleineren Modellen, auch "Downgrading" genannt. Die Rate für einen durchschnittlichen Audi A4 etwa kostet im Monat 100 Euro weniger als für den A6. Wer alle Möglichkeiten ausschöpft, senkt die Kosten um 20 bis 30 Prozent, so Thomas Araman, Leiter Kundenbetreuung beim Fuhrparkdienstleister ALD Automotive.

Das Problem ist nur: Mitarbeiter werden mitunter rebellisch, wenn man an ihren Firmenwagen spart. "Der Dienstwagen ist in deutschen Unternehmen Gehaltsbestandteil und Motivationsfaktor", sagt Philipp Waldmann, Fuhrparkexperte der Mainzer Unternehmensberatung Fleet Logistics. Das Auto von der Firma gilt als letztes Bollwerk, eine Art Heiligtum des deutschen Mittelstands. Sogar Anfänger im Außendienst bestehen auf einem VW Golf mit Vollausstattung, Abteilungsleiter fahren selbstverständlich im 5er-BMW oder Audi A6 zur Arbeit. "Da scheuen sich Flottenmanager einfach, den Rotstift anzusetzen", sagt Waldmann.

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