Herr Ehrhardt, Sie kommen gerade aus Hongkong und Singapur zurück: Wann wird Asien die USA und Europa an Bedeutung überholen?
Jens Ehrhardt: 2020. Ich glaube, dass China das hohe Wachstum durchhalten kann - vielleicht nicht zehn, aber sieben Prozent im Jahr. Gleichzeitig wird Amerika kaum wachsen. Und ich glaube nicht, dass in China alles zusammenkracht. Gut, der Immobilienmarkt ist ein bisschen überhitzt. Da aber auch die Einkommen sehr stark steigen, ist die Gefahr nicht so groß wie in Amerika. Zudem sind viele chinesische Unternehmen sehr gut, haben hohe Dividendenrenditen und mehr Guthaben als Schulden in der Bilanz.
Welche asiatischen Länder sind in Ihren Augen besonders aussichtsreich?
Jens Ehrhardt: Am vielversprechendsten ist Indonesien. Das Wachstum ist enorm. Die Bewertungen sind zwar schon ziemlich saftig, aber gerade bei den Mid Caps finde ich immer noch Aktien, die übersehen wurden.
Wählen Sie in asiatischen Ländern Aktien anders aus als in Europa oder den USA?
Jens Ehrhardt: Die Auswahl ist ähnlich. Ich schaue mir die Bilanzen an, das Management und die Produkte. Bei den Chinesen ist es wichtig, sich häufiger blicken zu lassen. Die wissen es zu schätzen, wenn man jahrelang dabeibleibt. In Hongkong ist es einfacher, Kontakte zu knüpfen. Da gehe ich abends schon mal mit Unternehmern Federball spielen.
Quelle: ftd.de
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