Linienreeder - Erster Profiteur des Aufschwungs
Es ist nicht lange her, da musste Hapag-Lloyd von den Eignern mit rund 1,8 Milliarden Euro gestützt werden, das Ergebnis war tiefrot, und der Staat gab eine Bürgschaft über 1,2 Milliarden Euro. Die gesamte Branche verlor in der Krise laut Experten rund 20 Milliarden Dollar. Nun erhöht die größte deutsche Linienreederei ihre Prognose und will wieder "signifikanten" Gewinn einfahren. Die Bürgschaft nahm sie nie in Anspruch.
Auch der 2009 defizitäre Weltmarktführer A.P. Möller-Maersk hat seine Gewinnprognose angehoben: "Die Erholung ist deutlich stärker als noch vor zwei Monaten erwartet", hieß es. Wenn der Welthandel einbricht, sind die Linienreeder die Ersten, die leiden. Sie sind aber auch die Ersten, die vom Aufschwung profitieren.
Linienreeder transportieren Ware von einem Ort zum anderen - teils mit eigenen, zum Großteil mit gecharterten Schiffen. Nun erholt sich der Welthandel, und den Reedern gelingt es, deutlich höhere Frachtraten, also Preise für den Containertransport, auszuhandeln. Schon im ersten Quartal stiegen die Transportmengen bei Hapag um fünf, die Frachtraten um acht Prozent. Knapp 70 Prozent der deutschen Reeder erwarten laut einer Umfrage, dass die Frachtraten in diesem Jahr weiter steigen. Wie hoch sie sind, wird allerdings nirgends offiziell erfasst.
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