Trotz des kräftigen Aufschwungs sind die Lebenshaltungskosten 2010 nur leicht gestiegen. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um durchschnittlich 1,1 Prozent im Vergleich zu 2009. Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit und bestätigte damit eine erste Schätzung.
Teurer wurden vor allem Benzin, Diesel, leichtes Heizöl, Obst und Gemüse. Damit kletterten die Verbraucherpreise zwar fast dreimal so schnell wie im Krisenjahr 2009 mit 0,4 Prozent. Allerdings fiel die Teuerung immer noch deutlich geringer als im historischen Vergleich: Seit der Wiedervereinigung zogen die Preise im Schnitt um 1,9 Prozent pro Jahr an.
Allein im Dezember mussten die Verbraucher für ihre Lebenshaltung 1,7 Prozent mehr ausgeben als vor einem Jahr, das ist der stärkste Anstieg seit Oktober 2008. Im Vergleich zum Vormonat gab es mit plus einem Prozent sogar den kräftigsten Anstieg seit sechs Jahren.
Experten zufolge müssen sich die Deutschen in den kommenden Monaten auf weiter steigende Preise einstellen. So halten das Münchner Ifo-Institut und die Volkswirte der Postbank eine Teuerungsrate von 1,7 Prozent für möglich. Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht stabile Preise bei knapp unter zwei Prozent gewährleistet. In der Euro-Zone lag die Teuerung aber bereits im Dezember wieder über dieser Marke.
Quelle: ftd.de
© 2011 reuters
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