Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Januar den zehnten Monat in Folge aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg unerwartet deutlich auf 95,8 Punkte von 94,6 im Vormonat. Das teilte das Münchener Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Dienstag zu seiner Umfrage unter 7000 Unternehmen mit. Die Firmen schätzten sowohl ihre Geschäftslage als auch ihre Perspektiven für die nächsten sechs Monate besser ein als zuletzt.
Damit setzte sich der im März 2009 begonnene Aufwärtstrend fort, das Barometer erreichte den höchsten Stand seit Sommer 2008. "Die wirtschaftliche Erholung setzt sich zu Beginn des neuen Jahres fort", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. "Die Maschinen und Anlagen lasten die Industriefirmen zwar weiterhin unterdurchschnittlich, aber stärker als im vergangenen Herbst aus", sagte Sinn. Der Ifo-Index gilt als wichtigster Frühindikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft.
Wirtschaftsministerium korrigiert nach oben
Die Sorgen vor einer Stagnation scheinen unbegründet. In den vergangenen Wochen hatte es Hinweise auf eine Verlangsamung des Aufschwungs gegeben. Das Statistische Bundesamt schätzte, dass die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal nicht mehr gewachsen ist. Doch in der vergangenen Woche musste das Wirtschaftsministerium seine Daten zum Auftragseingang der deutschen Industrie für November steil nach oben korrigieren.
"Die Aufwärtsdynamik der deutschen Wirtschaft ist intakt", sagte Unicredit-Ökonom Andreas Rees. Die Stimmung in den deutschen Unternehmen sei gut. "Sie profitieren überdurchschnittlich stark von der Erholung der Weltwirtschaft."
Postbank-Volkswirt Heinrich Bayer rechnet damit, dass die Wirtschaft auch im vierten Quartal gewachsen ist. "Für das erste Quartal und erste Halbjahr 2010 sehen wir deutliches Aufwärtspotenzial beim Bruttoinlandsprodukt. Im ersten Quartal dürfte aber das kalte Wetter dämpfen", sagte Bayer.
An den Finanzmärkten hinterließ der Index zunächst keine Spuren. Der Dax tendierte leicht im Minus.
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