Die robuste Konjunkturerholung in Deutschland und die gute Lage am Arbeitsmarkt beflügeln die Kauflaune der Verbraucher. Für Oktober sagten die Forscher der Nürnberger GfK einen kräftigen Anstieg ihres Konsumklima-Barometers von 4,3 Zählern im September auf 4,9 Punkte voraus. Das ist der höchste Wert seit Mai 2008.
"Damit hat sich der Aufwärtstrend des Konsumklimas spürbar beschleunigt", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl zu der am Dienstag veröffentlichten Umfrage unter etwa 2000 Konsumenten. Neben Konjunktur und Arbeitsmarkt sorge auch die niedrige Inflation für gute Stimmung bei den Verbrauchern.
Tragende Säule privater Konsum
Sollte sich das Umfeld in den kommenden Monaten ähnlich günstig entwickeln, werde sich der private Verbrauch besser entwickeln als bisher von der GfK vorhergesagt. "Statt einer Stagnation ist ein Plus von bis zu 0,5 Prozent realistisch", sagte Bürkl.
Im Frühjahr war die Wirtschaftsleistung in Deutschland um 2,2 Prozent gestiegen, das ist das stärkste Wachstum seit der Wiedervereinigung. Als eine der tragenden Säulen des Aufschwungs entpuppte sich dabei neben dem Export und den Investitionen der private Konsum. Viele Banken und Forschungsinstitute rechnen inzwischen mit einem Wirtschaftswachstum von mehr als drei Prozent in diesem Jahr.
Die Verbraucher sehen die Wirtschaft weiter auf Wachstumskurs, auch wenn die Zuwachsraten geringer ausfallen dürften als im zweiten Quartal. Das GfK-Barometer für die Konjunkturerwartungen stieg um 6,9 auf 53,5 Zähler und erreichte damit den höchsten Stand seit etwa drei Jahren. Für Stimmung sorgt besonders die gute Lage am Arbeitsmarkt: Die Zahl der Menschen ohne Job dürfte im Herbst unter die Marke von drei Millionen fallen.
Auch die Kurzarbeit spielt eine deutlich geringere Rolle als vor einem Jahr. "Zudem schwindet bei den Bürgern die Angst, den eigenen Job zu verlieren in gleichem Maße, wie sich die Situation am Arbeitsmarkt verbessert", sagte Bürkl.
Das beflügelt die Hoffnungen der Verbraucher, dass sich ihre finanzielle Lage verbessert. Die Einkommenserwartung legte um 9,2 Punkte zu und liegt mit 45,2 Zählern so hoch wie seit März 2001 nicht mehr. Die Verbraucher rechnen sich angesichts der niedrigen Arbeitslosenzahlen bessere Chancen für Tariferhöhungen aus. Daneben stützt die geringe Inflation von derzeit etwa einem Prozent die Kaufkraft. Auch die Anschaffungsneigung verbesserte sich weiter, das Barometer kletterte um 2,8 Punkte auf 30,7 Zähler und liegt damit weit über dem langjährigen Durchschnitt von null Punkten.
Quelle: ftd.de
© 2010 reuters
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