25.01.2010

GfK-Umfrage: Furcht vor Jobverlust dämpft Konsumklima

Konsumklima: auch Steuererleichterungen können ein Absinken nicht verhindern
Zoom Konsumklima: auch Steuererleichterungen können ein Absinken nicht verhindern
© Getty Image
Die Krise ist bei den Verbrauchern in Deutschland voll angekommen: Der GfK-Index für die Kauflaune trübt sich zum vierten Mal in Folge ein. Stützend wirken nur die Rabattschlachten im Einzelhandel.

Die Furcht vor dem Verlust des Arbeitsplatzes verleidet den Verbrauchern das Einkaufen. Das Konsumklima trübt sich bei seinem Februarwert zum vierten Mal in Folge ein, sagten die Marktforscher der Nürnberger GfK am Montag. "Vor allem der drohende Anstieg der Arbeitslosigkeit sowie die etwas abgeschwächte Erholung der deutschen Wirtschaft spielen hierfür eine wesentliche Rolle", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Das laufende Jahr dürfte daher etwas schwieriger für den Konsum werden als 2009.

Der GfK-Konsumklimaindex sank auf 3,2 Punkte von 3,4 Zählern im Januar. Von Reuters befragte Analysten hatten einen etwas stärkeren Rückgang auf 3,1 Punkte erwartet. "Der Rückgang war sehr moderat", sagte Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim. "Die Leute erwarten, dass sie langlebige Konsumgüter günstiger bekommen. Zudem ist die Sparquote hoch - es kann sein, dass die Angebote genutzt werden, weil das Geld da ist. "

Klaus Schrüfer von der SEB Bank misstraut hingegen der Kauflust. "Das ist eine Bestätigung dafür, dass vom privaten Konsum in diesem Jahr keine Wachstumsimpulse ausgehen werden", sagte Schrüfer. "Die Einkommen werden nicht steigen, weil die Arbeitslosigkeit zunimmt und die Löhne nur moderat zulegen werden. Die Steuersenkungen wirken sicher stabilisierend, aber einen Großteil davon werden die Verbraucher eher sparen als ausgeben."

Verbraucher schließen Rückschläge nicht aus

Die Verbraucher gingen zwar davon aus, dass sich die deutsche Wirtschaft langsam von der Rezession erhole, schlössen Rückschläge aber nicht aus, sagte Bürkl. Die Bundesregierung erwartet für 2010 wieder ein Wachstum von 1,5 Prozent, nach einem Rekordeinbruch um fünf Prozent 2009. Das bedeutet jedoch, dass bis Jahresende nicht einmal ein Drittel der Verluste in der Rezession aufgeholt werden.

Zudem dürfte die Arbeitslosigkeit steigen. Die Verbraucher schätzten daher im Januar ihre Einkommensaussichten düsterer ein als noch zum Jahresende 2009, das entsprechende Barometer sank um 2,5 Punkte auf 12,5 Zähler. Auch die Steuerentlastungen wie die Absetzbarkeit der Krankenversicherungsbeiträge könnten ein leichtes Absinken des Indikators nicht verhindern, sagte Bürkl. Das bedeutet wohl Rückschläge für den privaten Konsum: Von Reuters befragte Analysten gehen im Schnitt davon aus, dass die Verbraucher ihre Ausgaben um 0,4 Prozent drosseln.

Rabattschlachten stützen Anschaffungsneigung

Die Rabattschlachten des Einzelhandels stützen dagegen die Anschaffungsneigung, der entsprechende Indikator stieg um 4,2 Punkte auf 25,4 Zähler und machte damit die Verluste des Vormonats wieder nahezu wett. Nicht nur der Lebensmittel-Einzelhandel, sondern auch Möbelhäuser und Verkäufer von Unterhaltungselektronik senken derzeit ihre Preise massiv, um die Verbraucher in die Läden zu locken.

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