18.08.2009

Globale Wirtschaftskrise: Exporteure verlieren 180 Milliarden Umsatz

2008 hatte Deutschland noch einen beim Export einen Rekorumsatz erzielt
Zoom 2008 hatte Deutschland noch einen beim Export einen Rekorumsatz erzielt
© Fotolia
Nach den Rekorderträgen im vergangenen Jahr fallen die deutschen Ausfuhrzahlen um 17 Prozent. Das meldet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag - und schlägt Alarm: Deutschland droht seine Vormachtstellung beim Export endgültig zu verlieren.

Die weltweite Wirtschaftskrise kostet die deutschen Exporteure nach einer Prognose des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) in diesem Jahr rund 180 Milliarden Euro Umsatz. Die Unternehmen werden demnach Waren im Wert von rund 815 Milliarden Euro ins Ausland verkaufen - 17 Prozent weniger als 2008, hieß es in der am Dienstag veröffentlichten Studie des DIHK. Im vergangenen Jahr hatte der Exportumsatz mit 995 Milliarden Euro noch einen Rekordwert erreicht.

Deutschland droht dadurch seine Stellung als größte Exportnation zu verlieren. "China könnte Deutschland den Titel des Exportweltmeisters abjagen, da seine Exporte 'nur' um 15 Prozent schrumpfen", hieß es.

Den immensen Einnahmeverlust auf den Auslandsmärkten werden die deutschen Unternehmen 2010 nur teilweise wettmachen, sagt der DIHK voraus. Erwartet werde ein Wachstum von vier Prozent auf knapp 850 Milliarden Euro. Die Prognosen beruhen auf einer Umfrage unter den Experten von 80 deutschen Außenhandelskammern in 80 Ländern.

Schweinegrippe beeinträchtigt Weltwirtschaft

Die Schweinegrippe kann dem DIHK zufolge zum Problem für die deutschen Exporteure werden. "Wenn Hygienestandards nicht eingehalten werden, ist mit einer weiteren Ausbreitung der Pandemie und damit auch spürbaren Konsequenzen für die Weltwirtschaft zu rechnen", warnte der DIHK. "Auch die Entwicklung eines Impfstoffes wird daran wohl wenig ändern, da dessen Verbreitung bis in die letzten Winkel der Welt zu lange dauern könnte." Stärkere Einflüsse seien zu befürchten, wenn das Virus mutieren sollte.

Bislang zeige sich der Außenhandel aber "weitgehend unbeeindruckt" von der Schweinegrippe. "Auch insgesamt sind die wirtschaftlichen Auswirkungen noch gering und beschränken sich größtenteils auf den Tourismussektor", hieß es.

Quelle: ftd.de
© 2009 reuters

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