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19.08.2010

Gute Wirtschaftslage: IG Metall fordert vorgezogene Lohnerhöhung

Ein Stahlarbeiter bei ThyssenKrupp Stahl in Duisburg
Zoom Ein Stahlarbeiter bei ThyssenKrupp Stahl in Duisburg
© AP
Die deutsche Wirtschaft boomt wieder. Davon wollen auch die Gewerkschaften profitieren und verlangen mehr Geld für Arbeitnehmer. Die Arbeitgeber lehnen die Forderung ab.

Die IG Metall strebt angesichts des Wirtschaftsaufschwungs eine vorgezogene Lohnerhöhung für die 3,4 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie an. Die Löhne könnten damit bereits zum Februar und nicht erst zum April 2011 um 2,7 Prozent steigen, sagte der zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Detlef Wetzel, der "Süddeutschen Zeitung". Dies sei im Tarifvertrag ausdrücklich vorgesehen.

Zudem sollten die übertariflichen Zulagen und das Weihnachtsgeld erhöht werden, forderte Wetzel. Der Zeitung zufolge verlangen IG Metall und die Gewerkschaft Verdi zudem, dass sich die bessere Wirtschaftslage auch in den nächsten Tarifabschlüssen widerspiegelt.

Vor wenigen Tagen hatte sich die deutsche Wirtschaft gegen mögliche Forderungen nach allzu kräftigen Lohnerhöhungen angesichts des unerwartet lebhaften Aufschwungs ausgesprochen. Derzeit müsse alles verhindert werden, was den Aufschwung bremse, sagte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. Noch habe die Wirtschaft das Vorkrisenniveau nicht wieder erreicht.

Es sei ja nicht so, dass die Tariflöhne in der Krise deutlich nach unten gegangen wären und jetzt wieder aufholen müssten, sagte Industriepräsident Hans-Peter Keitel. Vielmehr hätten die Unternehmensgewinne kräftig gelitten.

Im Februar 2010 hatten sich Tarifparteien darauf geeinigt, mit einem Beschäftigungspakt und einer Nullrunde bei den Löhnen den Unternehmen über die Krise hinweg zu helfen. Die Löhne für 2010 wurden daraufhin eingefroren. Es gab Einmalzahlungen von insgesamt 320 Euro, wodurch die Lohntabellen unverändert bleiben. Zudem war vereinbart worden, dass die Tariflöhne zum 1. April 2011 um 2,7 Prozent steigen. Der Beginn dieser Anhebung könne durch Betriebsvereinbarungen um zwei Monate vorgezogen oder hinausgezögert werden, hieß es damals.

Quelle: ftd.de
© 2010 reuters

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