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07.07.2010

Händler oder Internet: So bekommen Autokäufer die höchsten Rabatte

Von: Uwe Schmidt-Kasparek, Klaus Justen
Die Zeit der großen Rabattschlachten scheint vorbei zu sein
Die Zeit der großen Rabattschlachten scheint vorbei zu sein
© dpa
Im Jahr eins nach der Abwrackprämie tun sich die Autohändler wieder schwer, Neuwagen abzusetzen. Hohe Nachlässe räumen sie trotzdem nicht ein, wie ein Capital-Test für VW, BMW und Mercedes zeigt. Günstig weg kommt nur, wer sehr hart verhandelt - auch über die Finanzierung.

Es gibt eine Handvoll Professoren in der Republik, die Provokation zum Programm gemacht haben. Die einen Instinkt für das Populäre haben, sich immer wieder mit öffentlichkeitswirksamen Statements zu Wort melden, die davon leben, für Aufregung zu sorgen.

In Sachen Auto ist das Ferdinand Dudenhöffer und sein Center Automotive Research (ein pfiffiger Name, weil er sich nämlich als CAR abkürzen lässt) an der Universität Duisburg-Essen. Große Autokrise? Da machte ein Dudenhöffer sofort Rabattübersichten, in denen er die zum Teil ruinösen Verkaufsaktionen von Herstellern und Händlern in Deutschland auflistete.

Alles übertrieben, sagten die. Alles geprüft, sagte Dudenhöffer.

Dass 2010 für die Branche ein schweres Jahr wird, war abzusehen. 2009 hatte die Abwrackprämie für eine Sonderkonjunktur mit rund 3,8 Millionen Neuwagenkäufen gesorgt. Im September vergangenen Jahres lief das Programm aus, seitdem ist in den Autohäusern wieder Stillstand angesagt. In den ersten Monaten gingen die Neuzulassungen wie erwartet stark zurück. Die Branche hofft, 2010 wenigstens drei Millionen Neuwagen zu verkaufen, immerhin das Niveau von vor der Abwrackprämie.

Trotzdem: Die Zeit der großen Rabattschlachten scheint vorbei zu sein. Die CAR-Analyse der im April recherchierten Herstelleraktionen zeigt, "dass der Anteil der Aktionen mit hohem Kundenpreisvorteil zurückgeht". Zwar listen die Autoexperten immer noch knapp 300 Rabattaktionen auf, allerdings gibt es nur noch 25 Fälle mit Preisnachlässen von 20 Prozent und mehr. Es seien "Zeichen einer Erholung am deutschen Automarkt erkennbar", sagt Dudenhöffer.

Hohe Rabatte finden Käufer nach der jüngsten Übersicht allenfalls noch bei Importmarken. Rabattspitzenreiter ist Fiat mit seinem etwas veralteten Panda. Allerdings ist in den Nachlass von 38 Prozent bereits eine Prämie von 3700 Euro eingerechnet, die Fiat fürs Stilllegen des Altfahrzeugs zahlt.

Wer ein Fahrzeug aus deutscher Produktion haben will, wird sich dagegen in vielen Fällen mit deutlich niedrigeren Rabatten zufriedengeben müssen. Und die müssen hart verhandelt werden.

Capital testete den Preisspielraum verdeckt beim Kauf von drei Modellen, die zu den meistgekauften ihrer Kategorie gehören: ein VW Passat Kombi, der BMW X1 und ein Mercedes C 220. Unsere Tester suchten zuerst im Internet nach dem besten Preis. Dann verhandelten sie persönlich mit Händlern vor Ort. Und immer fragten sie nach günstigen Finanzierungen.

Ergebnis Nummer eins: Die Suche im Internet lohnt, zumindest in den meisten Fällen. Zwar gibt es für den BMW X1 beim Internetvermittler Meinauto.de gerade mal sechs Prozent Rabatt, deutlich weniger als die zehn Prozent beim Händler. Beim VW Passat dagegen sieht die Sache schon anders aus: 17,2 Prozent Preisnachlass. Das bot kein Händler vor Ort.

Finanzierung ist nicht mehr automatisch ein Rabattkiller

Gefunden bei
www.capital.de

Gut schnitt der Internetvermittler auch beim Mercedes ab. Während der Daimler-Händler sich nur um sechs Prozent runterhandeln ließ, gab es online immerhin 11,2 Prozent. Allerdings darf der Testkauf in der Mercedes-Niederlassung nicht als wirklich repräsentativ gelten: Der Chefverkäufer war auf Kundentour und die junge Verkäuferin nicht rabattberechtigt. Der Barkaufpreis musste nachträglich am Telefon eingeholt werden.

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Quelle: capital.de
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