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15.07.2010

Hitzechaos: Bahn kühlt Kunden nur bis 32 Grad

Die Deutsche Bahn kämpft mit der Hitze und den Klimaanlagen in ihren Zügen
Die Deutsche Bahn kämpft mit der Hitze und den Klimaanlagen in ihren Zügen
© ddp
Bisher sprach das Staatsunternehmen nur von Einzelfällen. Nun verdichten sich die Hinweise, dass die Probleme strukturbedingt sind. Nach Zeitungsberichten sollen die Kühlaggregate in Fernzügen nur bis Temperaturen von 32 Grad richtig funktionieren.

Die Probleme der Bahn mit den Klimaanlagen sind offenbar strukturbedingt. Das berichtet die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf einen internen Meinungs- und Informationsaustausch zwischen dem Bahnvorstand und der zuständigen Aufsichtsbehörde, dem Eisenbahnbundesamt. Nach Angaben der Bahn von Mittwochabend gab es seit Samstag Klimaanlagenprobleme bei rund 40 Zügen.

Der Präsident der Behörde, Gerald Hörster, warnt laut HAZ in einem Schreiben vom 14. Juli den Vorstand der Bahn vor einer Verletzung seiner gesetzlichen Sicherheitsverpflichtung. "Die Vorfälle geben hinreichenden Anlass zu der Annahme, dass nicht gewährleistet werden konnte, dass die Risiken für die Fahrgäste auf ein verantwortbares und rechtlich zulässiges Maß beschränkt geblieben sind."

Hörster rekapituliert in dem Brief Auskünfte des Bahnvorstands, die er auf eine Anfrage vom 12. Juli bekam. Danach sei ein Abkühlen bei höheren Temperaturen als 32 Grad nicht gewährleistet, und "durch unglückliche Umstände" habe überdies "die Luftzufuhr versagt".

"Die Ereignisse werden derzeit von der Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle des Bundes untersucht", schreibt Hörster. "Nach dem Ergebnis dieser Untersuchungen werde ich über das weitere Verfahren entscheiden."

Auch eine Handlungsanweisung der Bahn an Zugchefs und Zugbegleiter, auf die sich die "Bild" beruft, liest sich ähnlich. Unter der Überschrift "Vorbeugende Maßnahmen zur Abwendung von Ausfällen" steht: "Weiterhin gilt, dass bei zu erwartenden Außentemperaturen von mehr als 32 Grad bereits vorausschauend (in der Regel vormittags) die Sollwertgeber für Raumtemperatur in Stellung 'warm' gestellt werden müssen." Dadurch werde die Gefahr der Überlastung der Kälteanlage stark reduziert.

Am Mittwoch traten erneut Hitzeprobleme bei zwei Fernzügen auf. Ein Sprecher sagte, man sei in der gegenwärtigen Situation sehr vorsichtig. Die Passagiere seien in andere Züge gesetzt worden und hätten alle "ihr Ziel erreicht".

Demnach war ein IC auf der Strecke Berlin-Amsterdam/Schipol wegen einer defekten Klimaanlage gestoppt und die Reisenden auf andere Züge verteilt worden. Zudem wurde ein ICE zwischen München und Lübeck wegen Hitzeproblemen geräumt.

Quelle: ftd.de
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