Für das Gesamtjahr 2010 rechnet der im MDAX notierte Konzern mit einem währungsbereinigten Umsatzanstieg von drei bis fünf Prozent. "2010 wird wieder ein Wachstumsjahr", sagte Boss-Chef Claus-Dietrich Lahrs. 2009 waren die Erlöse um sieben Prozent auf 1,56 Milliarden Euro gesunken. Das Vorkrisenniveau werde frühestens 2011 oder 2012 wieder erreicht, hieß es. Bis 2015 will Hugo Boss seine Umsätze nach früheren Angaben auf rund 2,5 Milliarden Euro steigern.
Im ersten Halbjahr sanken die Umsätze allerdings noch um zwei Prozent auf 796 Millionen Euro. Als Grund wurde die Zurückhaltung der Großhändler genannt.

Die Wirtschaftskrise hatte vielen Luxuskonzernen heftig zugesetzt, doch mittlerweile können sich die Kunden und vor allem die Investoren wieder für teurere Mode, Uhren oder Schmuck begeistern. Der französische Luxushersteller Hermès verzeichnete in den vergangenen sechs Monaten ein Kursplus von 31 Prozent, die Aktien der britischen Firma Burberry legten um 37 Prozent zu.
Boss nannte am Donnerstag als einen Grund für die Trendwende die guten Verkaufszahlen in den unternehmenseigenen Läden samt Outlets mit einem Umsatz von 288 Millionen Euro im ersten Halbjahr. Damit trug dieser Bereich gut 37 Prozent zum Umsatz bei - im ersten Halbjahr 2009 waren es noch 29 Prozent.
Vorstandschef Lahrs hatte vor einigen Wochen bei der Hauptversammlung angekündigt, Hugo Boss wolle bis 2015 knapp die Hälfte seines Umsatzes in den eigenen Modegeschäften und im Onlinehandel erwirtschaften. Im ersten Halbjahr hatte Boss weltweit 26 neue Geschäfte eröffnet. Auf vergleichbarer Fläche stiegen die Umsätze um zehn Prozent.
Der Gewinn im ersten Halbjahr lag bei knapp 63 Millionen Euro, 31 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das sei eine schöne Überraschung, ebenso wie die Ebitda-Marge vonknapp 10 Prozent, schrieben die Analysten von Merck Finck. Die unternehmenseigenen Läden versprächen eine höhere Marge als der Großhandel. "Wir erwarten ein weiteres Umsatzwachstum", sagte Christoph Schlienkamp, Analyst beim Bankhaus Lampe.
Generell erholt sich die Nachfrage nach Luxusartikeln bei den Herstellern, weil viele Händler ihre Regale wieder aufstocken und Käufer in China großen Wert auf Markenware legen. Dennoch halten sich viele Manager mit einem konkreten Jahresausblick zurück. "Nach dieser Krise machen wir keine Prognosen mehr", sagte der LVMH-Chef Bernard Arnault.
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