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Serie: Mehr Zeit fürs Wesentliche

Kleine Unternehmer quälen sich noch immer mit dem Verwalten von Rechnungen und Kundendaten. Dabei gibt es Programme, mit denen der Bürokram schnell und einfach erledigt ist. Wir zeigen, was sie bringen und wo Risiken liegen.


05.01.2011

IT-Sicherheit: Richtig starten

Von: Ralf Hess

Zoom 
© Getty Images
Wer ein Unternehmen aufziehen will, muss solide planen. Genau das aber fällt vielen Anfängern schwer. Software kann zwar beim Schreiben und kalkulieren helfen, nicht aber beim Denken.

Alles beginnt mit einer Idee. In der Vorstellung manchen Gründers liegt darin bereits die halbe Miete. Ob die Idee sich in ein wirtschaftlich tragfähiges Unternehmensmodell umsetzen lässt, zeigt sich spätestens dann, wenn es die nötigen Kapitalgeber zu überzeugen gilt. Jetzt ist ein guter Businessplan nötig, der erste Schritt hin zu einer erfolgreichen Finanzierung. Er muss überzeugen, konzeptionell und durch seine professionelle Gestaltung.

Genau hier entstehen für viele Gründer die ersten Probleme. Die Bürgschaftsgemeinschaft Hamburg (BG) berät seit vielen Jahren Existenzgründer auf dem Weg zu ihrem eigenen Unternehmen. Der Businessplan spielt dabei für die BG eine herausragende Rolle. Dirk Bachmann, Prokurist der BG, sagt: "In einem Businessplan geht es um die Plausibilisierung der eigenen Geschäftsidee und den Nachweis einer nachhaltigen Existenzgrundlage". Daher preise der Businessplan nicht einfach nur Vorzüge und Vermarktbarkeit eines Produkts. Ein guter Businessplan sei auch Preis- und Marktanalyse, kläre Patentrechte, zeige die Finanzlage des Gründers. "Das Herzstück ist die Ertragsvorschau", erklärt Bachmann, also die Dokumentation der erwarteten Einnahmen. Sie müsse realistisch sein, denn der Gründer belege damit seine Fachkunde und unternehmerische Kompetenz. Der Businessplan ist auch für die Hausbank die wichtigste Entscheidungsgrundlage. Schließlich möchte sie sicher gehen, dass der Neu-Unternehmer in der Lage sein wird, einen Kredit nach Plan zurückzuzahlen.

Vorsicht Textbausteine

Beim Businessplanen können dem Gründer eine ganze Reihe von Fehlern unterlaufen, die Geldgeber abschrecken und schlimmstenfalls mangels Kapitals ein Ende der Geschäftsidee bedeuten. Zu den größten Fehlern gehöre es, sich im Businessplan die Dinge schönzureden, warnt Wolfram Schweickhardt, Pressesprecher der Förderbank KFW und rät, alle Annahmen im Businessplan müssten plausibel sein, also gut begründet.

Das ist absolut keine Kinderspiel, lässt sich aber mit Softwarehilfe erleichtern. "Software kann hilfreich sein, um dem Businessplan eine klare Struktur zu geben", sagt Schweickhardt. Auch bei der Formulierung der einzelnen Bausteine können Computerprogramme durchaus gute Anregungen liefern. BG-Prokurist Bachmann warnt allerdings davor, sich von Programmen ausschließlich Textbausteine vorgeben zu lassen. "Software, die bei der Kalkulation hilft, kann einen Gründer gut unterstützen", empfiehlt Bachmann hingegen.

Hilfreiche Nullnummer vom Minister

Der Umfang der auf dem Markt angebotenen Software variiert erheblich. Einige Programme bieten tatsächlich einzig eine Struktur und vorgefertigte Textbausteine für den Businessplan an. Andere Programme erlauben es, das eigene Geschäftsmodell durchzurechnen und damit finanziell zu analysieren. Neben der Möglichkeit zu einer Bilanz- und Break-Even-Analyse, bieten solche Programme in aller Regel auch eine Liquiditätsplanung. Ein solches Businessplan-Tool kostet dann allerdings bis zu 350 Euro. Ein entsprechendes Angebot für eine Software gibt es etwa von UGS SIM. Den knausrigen Gründer interessiert womöglich eine leicht abgespeckte, dafür jedoch deutlich günstigere Studenten-Version. Weitere Anbieter einer Businessplan-Software sind Datacubis oder Biz.one. Alle Programme können entweder übers Internet oder per E-Mail direkt von den Unternehmen gegen die entsprechende Lizenzgebühr bezogen werden. Sinnvoll ist es, die selbe Software zu nutzen wie die Bank. Damit sinkt das Risiko, die Dinge am Ende unterschiedlich einzuschätzen.

Auch das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) bietet eine Businessplan-Software an. Sie findet sich unter https://www.existenzgruender.de/businessplaner, funktioniert online und erfordert eine Anmeldung mit Passwort. Nach der Registrierung erfasst sie zunächst eine Reihe von Informationen über das geplante Unternehmen, unter anderem natürlich die erwarteten Einnahmen und Ausgaben. Am Ende erstellt das Programm daraus einen vollständigen Finanz- und Businessplan und ist damit vergleichbar mit den privaten Angeboten. Wer lieber auf dem eigenen Computer plant, kann die Software auch kostenlos auf CD bestellen) oder (herunterladen). Das Business-Tool mit Namen "Softwarepaket 9.3" wurde kürzlich neu überarbeitet und liefert zusätzlich zur eigentlichen Planungssoftware noch eine ganze Reihe wichtiges Informationsmaterial.

Rat suchen

"Man sollte sich nicht allein auf die Software verlassen", rät Schweickhardt:. Die Plausibilität der Annahmen könne Software nämlich nicht einschätzen. Genau das ist es jedoch, was der Businessplan für einen Kapitalgeber leisten soll. Schweickhardt empfiehlt daher, unbedingt kompetenten Rat zu suchen. Den können schon Freunde und Verwandte liefern. Nach Ansicht von BG-Prokurist Bachmann sollte ein Businessplan von möglichst vielen Leuten gegengelesen werden. Erst wenn er geprüft sei "durch Freunde und Verwandte", könne davon ausgegangen werden, dass Businesplan und Gründer den unausweichlichen Fragen der Hausbank gewachsen seien.

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