Gegenüber dem Vormonat kletterte das Preisniveau um 0,1 Prozent. Damit entwickeln sich die Preise hierzulande weiterhin moderat. In den vergangenen Wochen sind sowohl Sorgen vor deflationären als auch inflationären Preistendenzen aufgekommen. Die einen befürchten, dass mit dem Kauf von Staatsanleihen angeschlagener Euro-Staaten durch die Europäische Zentralbank die Preiserwartungen steigen - und in der Folge auch die Preise selbst. Andere äußerten die gegenteilige Besorgnis, nämlich dass mit der Haushaltskonsolidierung in Deutschland und den harten Sparprogrammen in Südeuropa die Konjunktur abgewürgt wird und damit auch das Preisniveau dauerhaft sinkt.
Nun deutet alles darauf hin, dass sich in den kommenden Monaten weder die eine noch die andere Befürchtung bewahrheitet. "Ich teile weder Inflations- noch Deflationssorgen", sagte Simon Junker, Ökonom bei der Commerzbank. Er erwartet in diesem Jahr eine durchschnittliche Teuerungsrate von etwa einem Prozent. Von einer ähnlichen Rate gehen auch Heinrich Bayer, Ökonom bei der Postbank, und Andreas Rees, Chefvolkswirt für Deutschland bei der Unicredit-Gruppe, aus. "Insgesamt rechne ich weiterhin mit einem sehr ruhigen Preisklima", sagte Postbank-Experte Bayer.
Ein Risiko allerdings gibt es: Nach allgemeiner Auffassung beeinflusst der schwächere Euro die Preise im Währungsraum. Seit Dezember 2009 hat der Euro um handelsgewichtet rund 15 Prozent gegenüber dem US-Dollar abgewertet. Ist der Euro günstig, verteuern sich Importe, und Preissteigerungen ergeben sich dann durch teurere Einfuhren nach Deutschland und in die Euro-Zone.
"Grundsätzlich gibt es dieses Problem", sagt Rees. Im aktuellen Umfeld sei dieses Risiko allerdings sehr gering. Und Commerzbank-Experte Junker sagte, dass die wegen des schwächeren Euro steigenden Energiepreise durch die moderate Kernteuerungsrate gedämpft würden. Im kommenden Jahr rechnen die Experten mit einer leicht steigenden Inflationsrate: Nach Schätzung von Unicredit und Commerzbank dürfte die Teuerung bei rund anderthalb Prozent liegen.
Schwierige Geldpolitik |
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Eine für alle Die Europäische Zentralbank strebt für die Euro-Zone eine Inflationsrate von "unter, aber nahe zwei Prozent" an. |
Alle verschieden Das Risiko besteht, dass die Inflationsraten innerhalb der Euro-Zone sich künftig noch stärker unterscheiden. Länder wie Deutschland oder Frankreich erwarten eher normale Raten. In Staaten wie Irland oder Spanien, die harte Sparpläne verabschiedet haben, wird teilweise sogar Deflation prognostiziert. |
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