24.02.2010

Interview mit Martin Wansleben: "Wir spekulieren nicht"

DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben
Zoom DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben
© Goetz Schleser
Der Deutsche Industrie und Handelskammertag (DIHK) hat seine Finanzen wegen der Wirtschaftskrise und erlittener Verluste neu justiert. Neuanlagen in Fonds seien gestoppt, sagt Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben im Interview. Den Vorwurf zu hoher Geschäftsführer-Gehälter in den IHKs weist er zurück.

"Wir haben beim DIHK unsere Neuanlagen in Fonds derzeit komplett gestoppt und mehr in Festgeld angelegt. Wir spekulieren nicht", sagte Wansleben im Interview mit impulse. Außerdem hob er hervor, dass die IHKs sehr viel offener mit ihrer finanziellen Situation umgehen. "Wir vertuschen unsere Pensionslasten nicht, sondern betreiben systematisch Vorsorge und bilden ausreichende Rückstellungen." Allerdings habe man beim DIHK auch nach acht Jahren der Sanierung immer noch "rund 50 Millionen Euro Altersrückstellungen, die wir in den nächsten Jahren weiter ausfinanzieren werden".

Wansleben wollte auch "mit der Mär aufräumen, dass die IHKs Riesenbeiträge erheben". Es ginge dabei für die Unternehmen nicht um Sein oder nicht Sein: "Durchschnittlich 40 Prozent der Mitglieder zahlen gar keinen Beitrag, die übrigen im Schnitt 280 Euro - nicht in der Woche oder im Monat, sondern im Jahr!" Außerdem seien die IHKs in den vergangenen Jahren bei den Beiträgen systematisch heruntergegangen.

Der DIHK-Chef wies im impulse-Interview auch auf die effizienten und preisgünstigen Leistungen der IHKs beispielsweise in der Ausbildung hin: "Davon profitiert jeder." Und auch die Unterstützung des neuen Kredit-Mediators mit sieben Mitarbeitern in Frankfurt sei hervorzuheben: "Da ist es ein Segen, dass es uns gibt."

Den Vorwurf zu hoher Geschäftsführer-Gehälter in den IHKs wies Wansleben kategorisch zurück: "Kolportierte Gehälter von 600.000 Euro gibt es in unserer Organisation nicht, und ich hielte sie auch nicht für angemessen."

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