Der australische Bergbaukonzern BHP Billiton hat von Januar bis Juni deutlich mehr verdient und damit seine Schlagkraft im Milliarden-Poker um den weltgrößten Düngemittelkonzern Potash untermauert. Im zweiten Halbjahr seines Geschäftsjahres sei der Gewinn vor Sonderposten um 47 Prozent auf 6,77 Mrd. Dollar gestiegen, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Analysten hatten angesichts höherer Preise für Kupfer, Eisenerz und Kohle mit einem rund 50-prozentigen Anstieg des Nettogewinns auf 6,9 Mrd. Dollar gerechnet. BHP Billiton hat eine 39 Mrd. Dollar schwere Offerte für Potash abgegeben, die die Kanadier jedoch ablehnen.
Potash-Chef Bill Doyle war am Montag auf der Suche nach Unterstützung bei der Abwehr in die Offensive gegangen. Das BHP-Angebot von 130 Dollar je Potash-Aktie sei unangemessen. Potash habe mit anderen Unternehmen Kontakt aufgenommen, um Alternativen auszuloten.
Medienberichten zufolge erwägt der australische Bergbaukonzern Rio Tinto, zusammen mit einem chinesischen Partner einen Offerte für Potash abzugeben. Rio Tinto lehnte eine Stellungnahme allerdings bisher ab.
Kreisen zufolge wurden auch mit der chinesischen Chemiegruppe Sinochem Gespräche geführt. In Medienberichten wurden außerdem der chinesische Fonds Hopu Investment Management und der brasilianische Minenkonzern Vale genannt. Vale hat allerdings inzwischen Berichte dementiert, das Unternehmen plane eine Gegenofferte. Der chinesische Aluminiumhersteller Chalco reagierte am Dienstag eher ausweichend auf Spekulationen, er könnte an Potash interessiert sein.
Um eine Aufstockung der Offerte für den Düngemittelkonzern dürfte BHP nach Einschätzung von Beobachtern nicht herumkommen. Aktuell wird die Potash-Aktie an der US-Börse bei Kursen um die 150 Dollar gehandelt. Einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters zufolge gehen Experten davon aus, dass Potash erst bei einer Offerte von 162 Dollar je Aktie den Widerstand aufgeben wird.
mit Agenturen
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